Edelmetalllexikon: Gold, Silber, Platin, Palladium

Edelmetalle sind selten und damit sehr wertvoll. Sie spielen für die Schmuckindustrie eine nicht unerhebliche Rolle. Die edlen Metalle sind aber auch wertvolle Rohstoffe für Industrie und Handwerk und gut geeignet für eine nachhaltige Wertanlagen. Im Edelmetallexikon finden Sie interessante Informationen und wissenswerte Details zu Gold und weiteren Edelmetallen. Gold gilt als das Anlagemetall schlecht hin. Doch wussten Sie, dass sich auch eine Anlage in Platin, Palladium oder Silber lohnen kann? Edelmetalle sind allesamt korrosionsbeständig und damit unverwüstlich. Sie sind wertestabil, krisensicher und weitgehend unabhängig von Finanzmärkten. Die üblichen Anlageformen für Edelmetallen sind neben Aktien für den Kleinanleger vor allem Barren und Anlagemünzen. Edelmetalle bis zu einem Wert von knapp unter 2000 Euro können in Deutschland von jeder erwachsenen Person steuerfrei und anonym gekauft werden. Edelmetalle lassen sich auch jederzeit wieder verkaufen. Die Kurse für Edelmetalle sind leichten Schwankungen unterworfen, was für eine langfristige Anlage jedoch unerheblich ist. Gerade in Zeiten, in denen quasi null Zinsen auf Kapitalerträge gezahlt werden, versprechen sie in jedem Fall eine bessere Rendite als eine reine Geldanlage. Und doch sollten Sie die Edelmetalle auch nicht nur aus finanzieller Sicht betrachten. Interessant sind auch ihre Entdeckungsgeschichte und ihr kulturhistorischer Hintergrund.

Gold

Gold ist zweifellos das berühmteste unter den Edelmetallen. Der Name des Goldes geht auf das indogermanische Wort ghel für “glänzend” zurück. Gold hat das chemische Symbol Au vom lateinischen Namen Aurum. Gold zählt neben Silber und Kupfer zu den drei Münzmetallen. Gold lässt sich leicht verarbeiten und ist absolut korrosionsbeständig. Den Wert des Goldes erkannten die Menschen schon vor tausenden von Jahren. Sie stellten daraus Schmuck und rituelle Gegenstände her. Immer rankten sich auch Legenden um das Gold. Die Argonauten suchten das Goldene Vlies und in der Thora wird vom Goldenen Kalb erzählt. Immer wieder machten sich Menschen auf den Weg, um das sagenhafte Goldland El Dorado zu finden. Heinrich Schliemann, der Pionier der modernen Archäologie, meinte mit dem sogenannten Schatz des Priamos den Goldschatz des mythischen Troja gefunden zu haben. Der Schatz umfasst an die 8.000 goldene Gegenstände. Das heute auf dem Markt befindliche Gold wird in Minen abgebaut und nicht gewaschen oder geschürft. Die bis zu 4.000 Metern tiefsten Goldminen befinden sich in Südafrika. Weitere große Goldförderer sind China, Russland, die USA, Kanada und Australien. Gold wird im Gegensatz zu allen anderen Edelmetallen als reines Anlagemetall und nicht als Rohstoff gehandelt. Damit verhält es sich zum Finanzmarkt eher antizyklisch, das heißt in wirtschaftlich schlechteren Zeiten ist sein Wert um so höher. Daher ist Gold nicht nur für Staaten eine krisensichere Wertanlage, sondern auch für private Anleger. Gold wir in physischer Form vor allem in Barren und Münzen gehandelt. Außer als Wertanlage findet Gold vor allem in der Schmuckindustrie, aber auch in der Elektronik, Optik und Medizin Verwendung.

Gelbgold

Gelbgold: Goldlegierung für den Schmuck
Das Wort Gold kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet “das Gelbliche” oder auch “das Blanke”. Der Name zeigt schon, dass Gold per se eine gelbliche Farbe hat. Der Begriff Gelbgold, der für Schmuck verwendet wird, meint aber kein reines Gold. Klassische Legierungen für Schmuck bestehen aus Gold, Silber und Kupfer. Bis ins 19. Jahrhundert war es sogar verboten, andere Metalle als Silber und Kupfer für Goldlegierungen zu verwenden. Heute ist durch den Zusatz weiterer Metalle wie Zink, Cadmium, Indium, Palladium und Gallium ein breites Farbspektrum für Goldschmuck möglich. Für Gelbgold bei Schmuckstücken wird Feingold mit Silber oder Kupfer legiert. Das Mischungsverhältnis übt großen Einfluss auf die Farbe des Schmuckgoldes aus. Gelbgold ist für Schmuck besonders attraktiv und wird auch immer noch am häufigsten verwendet. Es gibt 333er, 585er, 750er 900er und 916er Gelbgold. Je geringer der reine Goldanteil ist, um so reduzierter ist der Gelbtondes Goldes wenn Silber zugesetzt wurde. Mit Kupfer hingegen lassen sich auch mit einem geringerem Goldanteil tiefgoldene Töne erzeugen. So reichen die Farben für Gelbgold von einem hellen Gelb aufgrund des höheren Silberanteils bis hin zu gelborange bei Zusatz von Kupfer. Gelbgold ist immer noch die am meisten beliebte Goldfarbe, weil sie dem Charakter des Goldes am ehesten entspricht.

Weißgold

Alles über die Legierung Weißgold oder Graugold
Um 1900 fassten Goldschmiede in Europa wertvolle Steine, insbesondere farblose Brillanten, bevorzugt in Platin. Die silbergraue Farbe des Platins setzte die Steine besonders vorteilhaft ins Licht. Das Platin wurde aus Russland importiert. Wegen der politischen Umbrüche zu Beginn des 20. Jahrhunderts blieben die Lieferungen von Platin aus Russland schließlich aus. Ein Ersatz musste her, den das mit der Zeit schwarz anlaufende Silber nicht wirklich bot. In Deutschland wurde daher um 1912 in der Schmuck- und Goldstadt Pforzheim mit Weißgold ein Ersatz entwickelt, der dem Platin in Eigenschaften und Aussehen fast ebenbürtig war. Unter Weißgold bei Schmuck versteht man Goldlegierungen mit Palladium oder auch mit Platin, Silber und Nickel. Je nach hinzugefügter Komponente hat Weißgold eine silbergraue bis blassgelbe Farbe. Aufgrund seiner Erscheinungsform kann Weißgold auch den Namen Graugold tragen. Dieser Name kommt eigentlich aus dem französischen Sprachraum und bezeichnet dort als “or gris” sämtliches Weißgold als Graugold. Palladium, Silber und weitere Platinmetalle entfärben das Gold. Die Entfärbung des Goldes erfolgt kontinuierlich. Viele weitere Metalle können mit Gold weiße Legierungen hervorbringen. Dazu gehören auch Eisen und Quecksilber. Für Schmuck sind solche Verbindungen natürlich wenig sinnvoll, zumal Eisen auch durch eine Legierung mit Gold nicht rostfrei wird. Nickelhaltiges Weißgold ist in der Schmuckindustrie ebenfalls unvorteilhaft, weil es allergische Reaktionen hervorrufen kann. Die teuerste Weißgoldform ist eine Legierung aus Gold und Platin. Sie ist sehr schwer und gut ausgehärtet. Eine sehr gute Weißgoldlegierung und eine echte Alternative zum Platin oder Platinzusatz bietet das Platinmetall Palladium. Schmuckstücke aus Weißgold werden oft auch mit einer dünnen Schicht aus Rhodium überzogen. Bei Verwendung von Palladium als Legierungspartner ist das jedoch nicht nötig. Schmuck aus Weißgold ist auch heute noch vor allem in Verbindung mit Brillanten äußerst beliebt.

Qualitätvolles Weißgold: edel, beständig und robust

Hochwertige Weißgoldlegierungen sind deutlich beständiger als reines Gold. Schmuck mit sehr hohem Goldanteil verformt sich leicht und zerkratzt. Bei qualitätvollem Weißgold kann das nicht passieren. Die Bezeichnung Weißgold sagt aber erst einmal nichts über die genaue Zusammensetzung der Legierung aus. Über die Zusammensetzung gibt die dreistellige Punzierung Auskunft. Je höher die dreistellige, punzierte Ziffer ist, um so höher ist die Qualität der Weißgoldlegierung. Bei einer 750er Punzierung beispielsweise, die 18 Karat entspricht, können Sie sich auf eine hohe und edle Qualität der Edelmetalllegierung verlassen. Ein Feingehalt von 14 Karat und einer Punzierung von 585 ist ebenfalls hochwertig, sehr robust und das Material bietet gute Trageeigenschaften sowie eine stabile Farbqualität. Juweliere empfehlen für Trauringe und andere hochwertige Schmuckstücke aus Weißgold in der Regel Legierungen mit einem Feingehalt ab 585.

Hochwertige Weißgoldlegierungen bieten viele Vorteile

Hochwertige Weißgoldlegierungen wirken besonders erlesen und kostbar. Aus diesem Material gearbeitete Schmuckstücke haben eine tolle Ausstrahlung und verfügen über eine hohe Festigkeit. Die Farbe ist beständig, denn sie ist nicht nur oberflächlich, sondern durchgängig. Kleine Kratzer werden sich also nicht auf die Farbigkeit solcher Schmuckstücke auswirken. Schmuckstücke aus hochwertigem Weißgold sind durchaus zum täglichen Tragen geeignet. Weißgold wird deshalb auch für Eheringe empfohlen, von denen man Robustheit und eine lange Lebensdauer erwartet. Solche Ringe und andere Schmuckstücke aus qualitätvollem Weißgold sind absolut anlaufsicher, beständig gegen Hitze, Lufteinflüsse, säurehaltige Flüssigkeiten und sie korrodieren nicht. Besonders edel wirkt Weißgold in Kombination mit farblosen Brillanten, aber auch mit roten, blauen und grünen Edelsteinen.

Rotgold

Rotgold: eine Goldlegierung, die aus Feingold und Kupfer besteht
Als Rotgold bezeichnet man eine Goldlegierung, die aus Feingold und Kupfer besteht. Gegebenenfalls wird der Legierung auch noch etwas Silber hinzu gesetzt. Das verbessert die mechanische Verarbeitung von Schmuckstücken. Die Bezeichnung Rotgold geht auf die rote Färbung aufgrund des hohen Kupferanteils zurück. Rotgoldene und damit besonders auffallende Schmuckstück sollen angeblich vor allem im Osten und Süden Europas beliebt sein. Im Volksmund werden solche Schmuckstücke daher mitunter auch abwerten als “Türkengold” oder auch “Russengold” bezeichnet. Letzteres hat aufgrund seines ungewöhnlichen Feingehaltes von 583 einen hohen Wiedererkennungswert. Es ist nicht ganz so stark rot wie anderes Rotgold. Der warme Farbton des Rotgoldes hat durchaus seinen Reiz. Der hohe Kupferanteil verleiht dieser Goldlegierung zudem eine besondere Festigkeit und Härte.

Roségold

Roségold: Ketten, Ringe und Ohrschmuck aus Rosé-Gold
Roségold und Rotgold werden häufig als Synonyme verwendet. Manche Quellen bezeichnen Roségold als eine besonders kostbare und wertvolle Variation von Rotgold. Streng genommen ist Roségold aber etwas anderes als Rotgold. Es ist wirklich rosa, pastellfarbener und etwas zarter als Rotgold. Der Goldton selbst ist weniger ausgeprägt. Der Kupferanteil bei hochwertigem Roségold ist geringer und die Legierung kann außer Silber auch das Platinmetall Palladium enthalten. Roségold erfreut sich in letzter Zeit zunehmende Beliebtheit. Häufig werden in Ketten, Ringen und bei Ohrschmuck Roségold, Gelbgold und Weißgold miteinander kombiniert. Die drei Farbtöne von Gold bilden in verflochtenen Ringen, Kreolen und Ketten reizvolle Kontraste. Roségoldlegierungen bei Schmuck sollen sehr beständig sein und über sehr gute Materialeigenschaften verfügen. Sehr apart ist auch die Kombination von Roségold mit Brillanten, Zirkonia oder weißen und cremefarbenen Perlen.

Silber

Edelmetall Silber: Geschichte, Eigenschaften und Verwendung
Das Edelmetall Silber wurde in der Frühzeit der Menschheitsgeschichte höher als Gold bewertet, da man es nicht in gediegener Form findet. Die alten Ägypter bezeichneten es als Mondmetall. Silber wird aus Silber-, Kupfer- und Bleierzen gewonnen. Der Name Silber ist in vielen Sprachen ähnlich, lässt sich etymologisch aber nicht genau klären. Das chemische Symbol des Silbers ist Ag von lateinisch Argentum. Silber wird seit etwa 7.000 Jahren von Menschen verarbeitet. Seit ungefähr 2.500 vor Christus ist das Silber als Münzmetall bekannt. Im späten Mittelalter und in der Neuzeit gab es auch in Mitteleuropa zahlreiche Silbervorkommen. Viele adelige Dynastien gründeten ihren Reichtum und ihre Macht auf den Silberabbau und damit auf dem Rücken kleiner Leute, die es unter unglaublichen Mühen förderten. Der größte Förderer von Silber ist heute Mexiko, gefolgt von China, Peru, Australien, Russland und Chile. Anders als Gold wird Silber an der Börse als Rohstoff gehandelt. Doch auch der Kleinanleger kann in Silber in Form von bis zu fünf Kilo Barren oder Münzen investieren. Silber findet zahlreiche Anwendungen in der Industrie, Elektronik, Optik, Medizin und natürlich in der Schmuckindustrie. Silber ist korrosionsbeständig und gut mit vielen anderen Metallen legierbar. In Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs, wie sie derzeit in Asien erwartet werden, steigt der Silberpreis in der Regel an. Silber gilt daher als stabile Wertanlage.

Silber als Geldanlage mit Potential

Neben Gold, Platin und Palladium ist Silber eine stabile Wertanlage, die besonders empfohlen werden kann, wenn sich die Finanzmärkte in Krisen befinden. Der Silberpreis war in den vergangenen Jahren starken Schwankungen unterworfen. Silber ist inzwischen ein recht knappes Gut, dessen Nachfrage jedoch steigt. Silber wird in der Industrie für viele moderne Technologien und Verfahren dringend benötigt. Deshalb ist von einer Preissteigerung bei Silber auszugehen. Eine Investition in Aktien für Silber lohnt sich daher vor allen lang- und mittelfristig. Silber ist außerdem einfacher zu handhaben und zu händeln als Gold. Es lässt sich besser eintauschen, weil der Wert einer Silbermünze oder eines Silberbarrens überschaubar und klar beziffert ist.

Platin

Platin: eines der wertvollsten Edelmetalle überhaupt
Platin ist eines der wertvollsten Edelmetalle überhaupt. Seine Vorkommen sind viel geringer als die von beispielsweise Gold. Das chemische Symbol des Platins ist Pt. Der Name Platin geht auf das spanische Wort platina zurück, das so viel wie “Silberkörnchen” bedeutet. Die Bezeichnung zeigt, dass der Wert des Platins recht spät erkannt wurde. Der italienische Humanist und Naturforscher Giulio Cesare Scaligero beschrieb das weißlich-silberne Metall erstmals im 15. Jahrhundert. Er berichtet, dass es sich allen Schmelzversuchen entzog. Die Verwendung von Platin bei Schmuck konnte allerdings schon im alten Ägypten um 3.000 vor Christus nachgewiesen werden. Auch die Indianer Südamerikas verwendeten Platin schon in vorkolonialer Zeit. Die spanischen Erober selbst empfanden das Platin lediglich als lästiges Begleitmaterial bei der Suche nach Gold und wollten es sogar im Meer vernichten. Seinen Durchbruch in Europa hatte Platin erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Platin ist absolut korrosionsbeständig, weich, haltbar, gut schmiedbar und anlaufbeständig. Es wird zu hochwertigem Schmuck verarbeitet, findet aber auch zahlreiche Anwendungen in der Medizin, Chemie, Elektronik und beim Bau von Katalysatoren. Es gibt um die 380 Fundorte für Platin weltweit und über die ganze Erde verteilt. Etwas größere Vorkommen gibt es in Südafrika, Russland und Kanada. Platin wird auch in physischer Form von Barren oder Münzen gehandelt und kann somit von Kleinanlegern als Wertanlage erworben werden.

Palladium

Palladium: ein Edelmetall, das zu den Platinmetallen gehört
Palladium ist ein Edelmetall, das zu den Platinmetallen gehört. Es tritt in Verbindung mit Kupfer-, Nickel-, Gold- und Silbererzen auf und ist Begleiter von anderen Platinmetallen. Das silber-weiße Metall ist besonders dehnbar und korrosionsbeständig. Palladium hat das chemische Symbol Pd. Das Edelmetall wurde erst im Jahr 1802 vom englischen Physiker, Chemiker und Arzt William Hyde Wollasten entdeckt. Er benannte es nach dem damals eben gerade entdeckten Asteroiden Pallas, den man damals noch für einen Planeten hielt. Dessen Namen wiederum geht auf die griechische Göttin Pallas Athene zurück. In der Schmuckindustrie wird Palladium zusammen mit Gold zu Weißgold legiert. In der Zahntechnik ist Palladium ein Legierungszusatz von Silber. Palladium ist außerdem beim Bau von Katalysatoren und in der chemischen Industrie von größerer Bedeutung. Umfangreichere Vorkommen von Palladium gibt es in Südafrika, in den USA, in Kanada, in Russland und auf den Philippinen, kleinere Vorkommen auch in Australien, Südamerika und Äthiopien. Palladium wird an der Börse gehandelt. Der Kleinanleger kann Palladium als Wertanlage in Form von Barren oder Münzen erwerben.

Iridium

Iridium aus der Gruppe der Platinmetalle ist ein Edelmetall
Iridium aus der Gruppe der Platinmetalle ist ein Edelmetall. Iridium ist chemisch noch weit widerstandsfähiger als das Platin selbst. Dieses silber-weiße Metall ist spröde, hart und sehr schwer. Sein chemisches Symbol ist Ir. Seinen Namen hat das Iridium von seinem Entdecker nach dem altgriechischen Wort iris für “Regenbogen” erhalten. Die Bezeichnung geht zurück auf die verschiedenen, bunten Farben seiner Komplexsalze und die Vielfarbigkeit seiner Verbindungen. Das Iridium wurde im Jahr 1804 vom englischen Chemiker Smithson Tennant zusammen mit dem Platinmetall Osmium entdeckt. Tennant löste Rohplatin in Königswasser auf und die beiden Metalle befanden sich in den unlöslichen, schwarzen Rückständen. Iridium ist eines der seltensten, nicht-radioaktiven Metalle überhaupt. Es ist nach Osmium das zweitdichteste Element und lässt sich nur sehr schwer bearbeiten. In der Natur ist es nur in Form von winzigen Körnchen oder als Begleiter von Platin vorhanden. Gemeinsam mit Osmium bildet das Iridium zwei Osmiridium und Iridosmium genannte, natürlich vorkommende Minerale. Die wichtigsten Vorkommen von Iridium befinden sich in Südafrika, in Russland, in Nord- und Südamerika sowie in Australien, auf Borneo und in Japan. Iridium wird vor allem im Maschinenbau und in der Medizin verwendet. Es kommt auch in der UV-Schutzschicht mancher Sonnenbrillen vor. Für stark beanspruchten Schmuck benutzt die Schmuckindustrie Platin-Iridium-Legierungen. Das in Paris verwahrte Urkilo und der dort ebenfalls befindliche Urmeter bestehen ebenfalls aus einer Iridiumlegierung. Iridium ist sehr wertvoll und wird an der Börse gehandelt. Iridium-Barren und Münzen für Kleinanleger gibt es ebenfalls.

Titan

Titan: ein korrosionsbeständiges und silber-weißes Leichtmetall
Titan mit dem chemischen Symbol Ti ist ein besonders dehnbares sowie temperatur- und korrosionsbeständiges, silber-weißes Leichtmetall. Titan ist eines der zehn häufigsten Elemente in unserer Erdkruste. Es kommt weniger in reiner Form vor, sondern es ist meistens Bestandteil von Mineralien. Die wichtigsten Produzenten von Titan sind Australien, Südafrika, Kanada, China und Norwegen. Der englische Geistliche, Mineraloge und Amateurchemiker Wiliam Gregor entdeckte das Titaneisen im Jahr 1791. Kurz darauf wurde es ebenfalls vom deutschen Chemiker Heinrich Klaproth entdeckt. Er gab dem Metall auch seinen Namen, angelehnt an das griechische Göttergeschlecht der Titanen. Erst dem ebenfalls deutschen Chemiker Justus von Liebig gelang es jedoch 1831 das Metall aus dem Erz zu isolieren. Erst 1930 wurde vom luxemburgischen Forscher und Metallurge Wilhelm Justine Adolph Kroll ein ein Prozess entwickelt, Titan in Großen Mengen zu reduzieren und kommerziell zu nutzen. Titan ist sehr leicht und hochwarmfest und hat damit sehr viele Anwendungsbereiche, etwa im Schiff- und Flugzeugbau, in der Raketentechnik, in der Chemie, im Sportgeräte- und Fahrradbau oder beim Bergsteigen. Auch in der Medizin, Elektronik sowie in der Schmuck- und Uhrenindustrie kommt es vielfach zum Einsatz. Titan wird an der Börse gehandelt und im Edelmetallhandel für Kleinanleger auch in Barrenform angeboten.

Edelstahl

Edelstahl und Edelstahlschmuck: robust und korrosionsbeständig
Edelstahl ist laut Europäischer Norm ein Begriff, der sich auf unlegierte und legierte Stähle bezieht, die über einen besonderen Reinheitsgrad verfügen. Die Europäischen Norm schreibt nicht vor, dass Edelstahl zwangsläufig nicht rostender Stahl sein muss. Im allgemeinen wird jedoch unter Edelstahl nur rostfreier Stahl verstanden. Edelstähle sind beispielsweise hochreine Stähle, bei denen durch Schmelzen und Veredlungsprozesse Bestandteile wie Silizium oder Aluminium ausgeschieden werden. Sie haben einen geringen Schwefel- und Phosphorgehalt. Auch hochlegierter Stahl für Werkzeuge zählt zu den Edelstählen. Er entsteht durch die Zugabe von Stahlveredlungsmetallen wie Mangan oder Chrom. Unlegierte Edelstähle haben die Stahlgruppennummern 10 bis 18 und legierte Edelstähle die Stahlgruppennummern 20 bis 89. Edelstahl hat zahllose Anwendungsbereiche. Edelstahl findet in nahezu allen Industriezweigen sowohl bei der Herstellungstechnik als auch bei den Produkten selbst Verwendung. Edelstähle sind aus dem modernen Leben also nicht wegzudenken. Die Schwerindustrie braucht sie ebenso wie die Feinmechanik. Medizinische und chirurgische Instrumente sind aus Edelstahl, aber auch in Maschinen, Turbinen und Fahrzeugen wird nicht rostender Stahl verbaut. Moderne Essbestecke und Kochgeschirr werden aus Edelstahl gefertigt, ebenso wie Fahrräder und Bauteile in der Architektur. Auch die Schmuckindustrie hat den Edelstahl längst für sich entdeckt. Bekannte Marken wie Joop, Tommy Hilfiger, Fossil, Swarovski oder Calvin Klein setzen bei ihren Schmuckkollektionen auf Edelstahl. Die klar definierten Formen und die schlichte, kühle Eleganz passt zu vielen Modetrends. Dabei ist Schmuck aus Edelstahl besonders robust, natürlich korrosionsbeständig und trotzdem erschwinglich. Die Oberflächen von Schmuck aus Edelstahl sind längst nicht mehr nur silberfarben, sondern auch gold- und roséfarben.

Osmium

Das Metall Osmium mit dem chemischen Symbol Os gehört zu den Platinmetallen und ist damit ein Edelmetall mit einer sehr hohen Dichte. Zudem zeichnet sich Osmium durch das zweithöchste Kompressionsmodul aus. Außerdem ist Osmium nach Iridium das zweitschwerste chemische Element. Osmium ist ein sehr seltenes und ausgesprochen sprödes Metall von bläulich-weißer Farbe. Wenn das an sich reaktionsträge Osmium an der Luft erhitzt wird, entsteht das flüchtige, kristalline und giftige Osmiumtetroxid, das einen durchdringenden Geruch verströmt. Daher hat das Platinmetall auch seinen Namen, der vom altgriechischen Wort osme für “Geruch” oder “Gestank” abgeleitet worden ist. In der Natur kommt Osmium im Mineral Iridosmium und in Begleitung anderer Platinmetalle wie Rhodium, Ruthenium, Iridium, Palladium und Platin vor. Die einzigen nennenswerten Vorkommen von Osmium befinden sich in Kanada, im russischen Uralgebirge und in Südafrika. Sekundäre Lagerstätten gibt es zudem auf Borneo, in Kolumbien und in Äthiopien.

Osmium wurde im Jahr 1804 vom englischen Chemiker Smithson Tennant entdeckt. Als der Wissenschaftler Platin in Königswasser, einem hochkonzentrierten Säuregemisch, auflöste, entdeckte er im Rückstand sowohl Osmium als auch Iridium. Etwa zur selben Zeit entdeckten auch die zwei französischen Chemiker Antoine-Francois de Fourcroy und Louis-Nicolas Vauquelin Osmium als Begleitmetall von Platin. Sie nannten das neue Element es ptène. Eine erste maßgebliche Verwendung fand Osmium zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den österreichischen Unternehmer und Chemiker Carl Auer von Welsbach. Er stellte aus Osmium Glühfäden für Glühlampen her. Der Name der Osram Licht AG leitet sich ebenfalls von den zu Anfang eingesetzten Metallen für Glühfäden Osmium und Wolfram ab.

Osmium erwies sich schnell als nicht gut geeignet für die Glühfadenproduktion. Es war einerseits zu spröde, um daraus Fäden zu ziehen, andererseits hatte es aufgrund seiner Seltenheit einen zu hohen Preis. Bis heute findet Osmium wegen seines schwierigen Herstellungsverfahrens, der Seltenheit und seines ausgesprochen hohen Preises nur recht wenig Anwendung. Mit um die 1300 Euro pro Feinunze ist es wesentlich teurer als Platin, aber immer noch nicht so teuer wie Gold. Verwendet wird Osmium fast ausschließlich als Bestandteil sehr harter Legierungen beispielsweise im Instrumentenbau oder in der Elektronik. Auch in medizinischen Implantaten, Herzschrittmachern und künstlichen Herzklappen finden Platin-Osmium-Legierungen Anwendungen. Für Sammler und Anleger gibt es zudem Barren aus Osmium.

Edelmetall-Legierungen

Legierungen: Gold-, Silber- und Platinlegierung
Das Wort Legierung kommt aus dem Lateinischen beziehungsweise Italienischen von “legare” und bedeutet so viel wie “verbinden” oder auch “vereinen”. Gemeint sind metallische Werkstoffe aus wenigstens zwei oder mehreren Metallen. Oft gehen auch noch zusätzliche Stoffe, beispielsweise Nichtmetalle wie Silicium, Kohlenstoff oder Bor, in Legierungen ein. Je nach Zahl der Legierungskomponenten spricht man von binären, tenären, quaternären oder höheren Legierungen. Die überwiegende Komponente wird als Basis- oder Grundmetall bezeichnet. Zudem wird nach der Zahl der Gefügebestandteile und Phasen zwischen ein- und mehrphasigen (homogenen und heterogenen) Legierungen unterschieden. Bei der Herstellung von Legierungen kommen Techniken wie das Schmelzen, Gießen, Sintern, Zersetzten oder Pressen zum Einsatz. Durch Legierungen werden in der Regel die guten Eigenschaften des Grundmetalls noch verbessert. Die Bezeichnungen von Legierungen erfolgen meist nach dem Grundmetall. So wird etwa von Kupfer-, Blei-, Zinn-, Eisen- und Aluminiumlegierungen gesprochen. Auch alte Bezeichnungen wie Messing und Bronze sind durchaus noch gebräuchlich. Wenn Legierungskomponenten zu besonders charakteristischen Eigenschaften führen, können sie ebenfalls namensgebend sein. Beispiel hierfür ist die Beryllium-Legierung. Mitunter werden Legierungen auch nach ihrem Erfinder benannt, wie die Heuslersche Legierung. Erste Legierungen von Kupfer und Zinn zu Bronze gelangen nachweislich schon im vierten vorchristlichen Jahrtausend in Palästina. Die gesamte damalige Kulturepoche wird heute Bronzezeit genannt. Bronze ist bis heute das bevorzugte Material für Plastiken aus Guss. Auch Messing wurde schon um 3.000 vor Christus in Assyrien und Babylon aus Kupfer und Zink legiert. Messing wird übrigens auch als Gelbguss bezeichnet. Aus Messing wurden damals Münzen und Schmuck hergestellt. Eisenlegierungen waren bereits in prähistorischer Zeit bekannt und sehr wertvoll, weil selten. Denn man fand sie bereits in legierter Form als Meteoriten vor. Im 3. Jahrtausend vor Christus gelang es schließlich in Mesapotamien, Ägypten und Anatolien Eisen zu verhütten. Waffen und Werkzeuge wurden damit noch viel funktionsfähiger. Die Eisenzeit löste zudem die Bronzezeit ab. Legierungen haben heute in allen Bereichen ein breites Anwendungsspektrum und auch für die Schmuckindustrie sind sie unverzichtbar.

Goldlegierungen

Dass Schmuck fast ausschließlich aus Goldlegierungen gearbeitet wird, hat verschiedene Gründe. Reines Gold wäre für Schmuck einerseits zu weich. Durch die Legierung mit Metallen wie Platin, Silber, Palladium und Kupfer kann das Aussehen von Gold zudem gezielt verändert werden. Die Stempel an Schmuckstücken, auch Punzierungen genannt, geben immer den Wert des wertvollsten Metalls einer Legierung an. Je höher diese Zahl einer Punzierung ist, umso höher ist der Goldanteil und um so qualitätvoller ist der Goldschmuck bezüglich des Materials. Um den Goldanteil eines Schmuckstücks selbst zu berechnen, muss es zunächst gewogen werden. Schmucksteine sollten vorher entfernt werden. Wiegt das Schmuckstück beispielsweise 10 Gramm und hat 14 Karat, werden die zehn Gramm mit 0,585 (Feingehalt) multipliziert. Der reine Goldanteil des Schmucks beträgt damit 5,85 Gramm.

Karat

Karat, kurz kt oder auch C, ist das traditionelle Maß, welches den Feingoldgehalt einer Legierung ausdrückt. 24 Karat steht für reines Gold und ist in dieser Form ausschließlich in Goldbarren vorhanden. Bei Münzen liegt der Goldanteil bei etwa 22 Karat. Schmuckstücke bestehen in der Regel aus Legierungen und haben meist 18, 14 oder 8 Karat, was einem Feingoldgehalt von jeweils 75, 58,5 und 33,3 Prozent entspricht. Die folgende Tabelle zeigt, welcher Karatwert welchem Feingoldgehalt beziehungsweise welcher Feinheit entspricht. Die Angaben in Prozent dienen der Veranschaulichung, sind in der Edelmetall- und Schmuckbranche jedoch unüblich.

Karat und Feingehalt

Die Angaben in Karat sind heute nur noch bei Goldschmuck und Schmuck aus anderen Edelmetallen üblich, wenngleich die Stempel auf Schmuck meist den Feingoldgehalt angeben. Etwas gänzlich anderes sind die Karatangaben bei Diamanten und Edelsteinen. Karat sind hier ein absolutes Gewichtsmaß, bei dem ein Karat genau 0,2 Gramm entspricht. Ein Diamant von 20 Karat entspräche demzufolge einem Gewicht von vier Gramm. Im Edelmetallhandel wird der Goldanteil bei Barren und Münzen hingegen immer als Feingehalt oder Feingoldgehalt angegeben. Bei Münzen und Barren aus Gold und anderen Edelmetallen weist eine deutliche Prägung den Feingehalt beziehungsweise Feingoldgehalt aus. Die Angabe erfolgt in Promille, also im Verhältnis zu Tausend. Die Zahl ist dreistellig. Reine Goldbarren tragen in der Regel die Prägung 999,9. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von “four nine fine”.

8 Karat = 333er Gold = 33,3 %
9 Karat = 375er Gold = 37,5 %
10 Karat = 417er Gold = 41,7 %
14 Karat = 585er Gold = 58,5 %
18 Karat = 750er Gold = 75 %
20 Karat = 833er Gold = 83,3 %
21 Karat = 875er Gold = 87,5 %
22 Karat = 916,66er Gold = 91,666 %
24 Karat = 999er Gold = 99,9 %