Quecksilber Ratgeber

Das silberweiße Quecksilber gehört zu den wenigen Elementen, die bei Standardbedingungen in flüssiger Form vorkommt. Aufgrund seiner hohen Reaktivität wird das Schwermetall üblicherweise nicht zu den Edelmetallen gezählt, obwohl sie in derselben Periode stehen. Große Vorkommen befinden sich unter anderem in Russland und China, aber auch in Spanien und Italien. Verwendet wird Quecksilber zu verschiedenen Zwecken, so kommt es in Thermometern und Barometern oder als Amalgam, das etwa als Zahnfüllmittel eingesetzt wird, vor.

Chemische Eigenschaften von Quecksilber

Quecksilber mit dem Elementsymbol „Hg“ und der Ordnungszahl 80 steht im Periodensystem in der Gruppe 12, auch Zinkgruppe genannt. Obwohl es manchmal als Edelmetall bezeichnet wird, ist Quecksilber weitaus reaktiver als die klassischen Edelmetalle. Quecksilber bildet mit vielen Metallen Legierungen, auch Amalgame genannt.

Physikalische Eigenschaften von Quecksilber

Das silberweiße Schwermetall ist neben Brom das einzige Element, das bei Standardbedingungen in flüssiger Form vorkommt. Bei Raumtemperatur liegt es zudem als einziges Element in der Gasphase einatomig vor. Das Metall besitzt eine Dichte von 13,5 Gramm pro Kubikzentimeter und ist elektrisch leitfähig – wenn auch schlechter als andere Metalle.

Quecksilber-Vorkommen

Quecksilber kommt unter anderem in Russland, China, Serbien, Algerien, Spanien und Italien vor. Es wird meist in mineralischer Form als Zinnober in ehemals von vulkanischer Aktivität betroffenen Gebieten gefunden, kommt in seltenen Fällen jedoch auch gediegen vor. Darüber hinaus gibt es seltene Quechsilberminerale wie Paraschachnerit, Eugenit, Montroydit, Luanheit, Schachnerit und Moschellandsbergit. Weiterhin ist Quecksilber ein Begleitmineral von Braun- und Steinkohle.

Große Vorkommen von Quecksilber lassen sich in der gefrorenen Biomasse der Permafrostböden finden. In ihnen ist etwa doppelt so viel Quecksilber enthalten wie in anderen Böden, den Ozeanen und der Atmosphäre zusammen.

Förderung von Quecksilber

Gewonnen wird reines Quecksilber durch die Reaktion des Quecksilbererzes Zinnober mit Sauerstoff. Gefördert wurden in den letzten 500 Jahren rund eine Million Tonnen Quecksilber aus Erzen. Die Förderung in den größten Zinnober-Vorkommen der Erde, die sich nahe des spanischen Ortes Almadén befinden, wurde im Jahr 2003 beendet.