Goldmünzen als sichere Wertanlage

Goldmünzen

Gold gilt für viele Menschen immer noch als die Wertanlage Nummer 1. Und damit liegen sie keineswegs falsch. Gold behält unabhängig von Währungen immer einen Wert. Neben Barren empfiehlt sich durchaus auch eine Wertanlage in Münzen. Bis zu einem Betrag knapp unter 2000 Euro können Goldmünzen von einer Person anonym und steuerfrei erworben werden. Die bekanntesten Goldmünzen sind die Krugerrand aus Südafrika, die dort auch als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Weitere, international anerkannte Goldmünzen sind der Maple Leaf, der Eagle sowie Känguruh, Philharmoniker und Britannia. Anlagemünzen haben den Vorteil, dass die Stückkosten nicht so hoch sind. Für einen Betrag von 10.000 kann man je nach Kurs sieben bis acht Krugerrand erwerben. Kleinere Auflagen von Goldmünzen für Sammler und Anleger gibt es auch immer mal wieder in Euro-Währung. Es gibt weiterhin einen Unterschied zwischen Anlagemünzen, die auch Barren- oder Bullionmünzen genannt werden, und Sammlermünzen. Ein weites Feld für Sammler, aber auch für Anleger sind antike Goldmünzen. Je nach Seltenheit sind solche Münzen etwa aus dem antiken Griechenland oder aus dem Persischen, Ägyptischen und Römischen Reich noch wesentlich wertvoller als ihr reiner Materialwert.

Die beliebtesten Anlagemünzen

1 DM Goldmark

Die Goldmünze zum Nennwert von einer Deutschen Mark ist eine Gedenkmünze der Bundesrepublik Deutschland. Das Ausgabedatum diese Goldmünze war der 26. Juli 2001. Der Anlass der Prägung war das Gedenken an die Deutsche Mark, die am 1. Januar 2002 vom Euro abgelöst werden sollte. Der Entwurf der Münze geht auf Josef Bernhard zurück und ist mit dem der originalen 1-DM-Münze nahezu identisch. Die Bildseite zeigt den Bundesadler mit dem umlaufenden Schriftzug “Deutsche Bundesbank”. Auf der Wertseite steht der Nennwert 1-Deutsch-Mark, der mit Eichenlaub bekränzt ist. Die Gedenkmünze besteht aus 24 Karat Gold. Sie hat einen Durchmesser von 23,5 Millimetern und ein Gewicht von 12 Gramm. Sie wurde mit einer Auflage von jeweils 200.000 Stück in allen fünf deutschen Prägeanstalten in Berlin, München, Stuttgart, Karlsruhe und Hamburg geprägt. Die Gedenkmünzen für die Deutsche Mark in Gold wurden zum Ausgabedatum für 250 DM verkauft. Heute hat sich der Wert vervielfacht.

2 Rand Südafrika

Die 2 Rand Goldmünzen sind genauso wie die 1 Rand Goldmünzen die direkten Vorläufer der heute geprägten Krugerrand-Anlagemünzen aus Südafrika. Erstmals wurden die Rand-Münzen im Jahr 1961 von der Rand Refinery aufgelegt. Die 2 Rand Goldmünze entspricht dem klassischen britischen Sovereign und die 1 Rand Goldmünze exakt dem Half Sovereign. Der Sovereign wurde damals ebenfalls in Südafrika von der Rand Refinery geprägt. In den 1970er Jahren wurden die Randgoldmünzen aufgrund der internationalen Ölkrise in hoher Auflage geprägt, weshalb auch heute noch viele dieser Münzen im Umlauf sind. Ihre Produktion wurde jedoch schon im Jahr 1983 eingestellt. Die Randmünzen bestehen aus 22 Karat Gold und gelten bis heute als offizielles Zahlungsmittel in Südafrika. Auf der Vorderseite der 2 Rand Goldmünze ist das Porträt von Jan van Riebeeck abgebildet, der einst der erste Verwalter der Kapstädter Ostindischen Kompanie war. Die Rückseite der Randmünzen zeigt das südafrikanische Wappentier Springbock.

American Buffalo

Der American Buffalo ist eine Anlagemünze aus 24-karätigem Gold. Sie wird seit 2006 von der United States Mint in West Point im County New York geprägt. Der Buffalo wiegt etwas über 32 Gramm, hat die Größe von einer Feinunze und einen Nennwert von 50 Dollar. Auf der Vorderseite der Münze ist der markante Kopf eines Indianers im Profil zu sehen. Es wird kolportiert, dass dem amerikanischen Bildhauer und Münzgestalter James Earle Fraser im Jahr 1913 dafür vier berühmte Indianerhäuptlinge Modell gestanden haben sollen. Auch der Entwurf der Rückseite stammt von Fraser und zeigt einen Büffel. Dabei soll es sich um den berühmten “Black Diamond” handeln, der vor mehr als 100 Jahren im New Yorker Zoo gelebt hat, der American Buffalo ist eine Neuauflage einer alten 5-Cent-Münze. Diese Münze aus dem Jahr 1913 wurde Indian-Head-Nickel oder Buffalo-Nickel genannt. In Deutschland ist der American Buffalo nur schwer erhältlich.

American Eagle

Der American Gold Eagle ist eine Goldmünze mit einem Nennwert in US-Dollar. Der Entwurf der Münzvorderseite aus dem Jahr 1907 geht auf den einst sehr bekannten Bildhauer Augustus Saint-Gaudens zurück. Der Goldeagle zeigt hier ähnlich wie beim St. Gaudens Double Eagle die amerikanische Freiheitsgöttin Lady Liberty mit Olivenzweig und Fackel vor der aufgehenden Sonne. Die Rückseite wurde von Miley Busiek im Jahr 1986 gestaltet. Sie zeigt das amerikanische Wappentier, einen Weißkopfadler im Anflug über seinem Horst mit einem Jungen. Die Münze mit dem geriffelten Rand wird seit 1986 aufgelegt und besteht zu 91,67 Prozent aus reinem Gold. Den Eagle gibt es in vier verschiedenen Stückelungen, wobei die Münze von der Größe einer Unze die größte ist und einen Nennwert von 50 Dollar hat. Obwohl der Gold Eagle als offizielles Zahlungsmittel gilt, hat der Nennwert wie bei allen goldenen Anlagemünzen nur einen symbolischen Charakter.

Australien Känguru

Wie der Name schon sagt, ist der Australien Kangaroo oder Känguru eine Anlagemünze aus Australien. Die Bezeichnung Kangaroo der zuvor “The Australien Nugget” genannten und von der Münze Perth geprägten Goldmünze gibt es erst seit 2008. Eine Erstauflage erfolgte im Jahr 1986 mit polierter Platte als reine Sammlerausgabe. Inzwischen hat sich der Kangaroo als Anlagemünze etabliert. Die Münze gibt es zu Nennwerten zwischen 5 und 100 Australischen Dollar. Die Rückseite der Münze ziert ein Porträt von Queen Elisabeth II. nach einem Entwurf des britischen Bildhauers Ian Rank-Broadley aus dem Jahr 1999. Bis zum Jahr 1990 waren auf der Vorderseite Naturgoldnuggets abgebildet, die in Australien gefunden wurden. Es folgten wechselnde Abbildungen von Kängurus, die sich einfach besser verkaufen ließen. Bis heute wechseln die Motive. Lediglich auf den 2-Unzen-Münzen ist immer das “Red Kangaroo” abgebildet. Die größte Goldmünze der Welt ist ein Kangaroo. Sie wurde 2011 geprägt, wiegt mehr als eine Tonne, hat einen Durchmesser von 80 Zentimetern und besteht wie alle Australien Kangaroos aus 24-karätigem Gold.

Britannia

Die Britannia ist eine britische Anlagemünze, die seit dem Jahr 1987 von der königlichen Prägeanstalt Royal Mint in vier verschiedenen Größen aufgelegt wird. Damit ist die Britannia die erste europäische Anlagemünze überhaupt. Das Erscheinungsjahr der Britannia war auch gleichzeitig das ihrer stärksten Auflage. Es wurden damals insgesamt 92.000 Münzen von jeweils einer Feinunze geprägt. Seit 2013 hat die Britannia einen Feingoldgehalt von 24 Karat, was 999,9 Tausendstel entspricht. Der Name der britischen Anlagemünze geht auf die Zeit der römischen Besatzung Britanniens um etwa 50 vor Christus zurück. Die Britannia wurde damals als Gottheit verehrt und ist bis heute das Sinnbild des britischen Patriotismus geblieben. Als symbolische Frauengestalt mit kriegerischem Habitus, gerüstet mit Helm, Dreizack und Schild, zierte die Britannia die nach ihr benannte Münze auf der Vorderseite bis zum Jahr 2000 unverändert. Der Entwurf ging auf P. Nathan zurück. Seitdem ist die Göttin in variierenden Motiven zu sehen. Die Rückseite der Münze mit geriffeltem Rand zeigt wechselnde Porträt von Queen Elisabeth II.

Deutscher Wald

Die Goldmünzen der Serie “Deutscher Wald” sind Gedenkmünzen der Bundesrepublik Deutschland mit einem Nennwert von 20 Euro. Die sechs verschiedenen Goldmünzen erschienen in den Jahren 2010 bis 2015 jeweils im Juni. Eine Münze der Serie “Deutscher Wald” besteht aus 24-karätigem Gold, hat einen Durchmesser von 17,5 Millimetern und wiegt 3,89 Gramm. Die Bildseiten zeigen jeweils das Laub beziehungsweise die Nadeln der Eiche, Buche, Fichte, Kiefer, Kastanien und Linde. Auf der Wertseite ist der Bundesadler, der Nennwert und der Schriftzug “Bundesrepublik Deutschland” abgebildet. Die Entwürfe stammen bis auf den der Kastanien-Goldmünze allesamt von Franticek Chochola. 2014 war Heinz Hoyer der verantwortliche Designer. Der Ausgabepreis der Münzen betrug aufsteigend zwischen 151 und 182,62 Euro. Jede Münze der Serie “Deutscher Wald” erschien in einer Auflagenhöhe von 40.000 Stück. Die Münzen wurden in allen fünf deutschen Münzprägen hergestellt.

Double Eagle

Der St. Gaudens Double Eagle ist eine alte, US-amerikanische Anlagemünze, die auf einen Entwurf des US-amerikanischen Bildhauers Augustus Saint-Gaudens zurückgeht. Sie hat einen Nennwert von 10 und 20 Dollar. Der Auftrag für die neu gestalteten Goldmünzen wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Präsident Theodore Roosevelt erteilt. Der beauftragte Bildhauer St. Gaudens verstarb 1907 und konnte nur die Entwürfe für die 10 und 20 Dollar-Münzen vollenden. Die Vorderseite zeigt die amerikanische Symbolfigur und Freiheitsgöttin Lady Liberty in Gestalt einer griechischen Göttin mit Olivenzweig und Fackel. Im Hintergrund ist das Kapitol in Washington zu sehen, umgeben von Sternen in der Anzahl der damaligen Bundesstaaten. Die Rückseite ziert ein Weißkopfseeadler im Flug über aufgehender Sonne und dem Wahlspruch “In God We Trust”. Die Münzen wurden auf Wunsch des Entwerfers sehr erhaben geprägt. Vom Double Eagle gibt es verschiedene Ausgaben mit leicht variierenden Motiven, die auch aus unterschiedlichen Prägeanstalten kamen. Der Double Eagle aus dem Jahr 1933 gilt als eine der teuersten Münzen der Welt und erreichte schon den Sammlerwert von 7,6 Millionen Dollar. Der Double Eagle wurde im Jahr 2009 in einer Neuauflage von der United States Mint geprägt und kostete am Erstausgabetag 1239 Dollar. Das Motiv der Neuauflage wurde gegenüber den klassischen Ausgaben wiederum in Details verändert. Die Vorderseite zeigt nun hinter der weitgehend unverändert gebliebenen Lady Liberty ein noch kleineres Kapitol und insgesamt 50 Sterne.

Dukaten

Der Dukaten oder Dukat ist eine historische Goldmünze, die bis Anfang des 20. Jahrhunderts in ganz Europa verbreitet war und auch Zecchine genannt wurde. Das Gewicht eines Dukaten beträgt ungefähr 3,5 Gramm und der Feingoldgehalt liegt bei etwa 98,5 Prozent. Der Name des Dukaten geht auf Kaiser Konstantin X. zurück, der im 11. Jahrhundert lebte und dem Geschlecht der Dukas entstammte. Auf Byzantinischen Münzen war sein Beiname Dukas eingeprägt. Auch der venezianische Doge oder der englische Duce rührt von Dukas her. Ein erster Dukaten wurde im 13. Jahrhundert in Venedig geprägt. Er zeigte den heiligen Markus, der dem Dogen eine Kreuzfahne überreicht und auf der Rückseite ein Bildnis von Jesus mit der Umschrift “Sit tibi Christe datus quem tu regis iste ducatus”. Von Venedig aus gelangte der Dukaten nach ganz Europa und in den Orient. In Deutschland wurde er Mitte des 16. Jahrhunderts zur Reichsmünze erklärt und blieb es bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Florin

Florin ist die französische Bezeichnung für den Florentiner, der in Italien Fiorino d’oro genannt wurde. Im späten Mittelalter war der Florin in ganz Europa ein angesehenes Zahlungsmittel. Geprägt wurde die goldene Münze zwischen 1252 und 1533 überwiegend in der Finanzmetropole Florenz, aber auch im Herzogtum Brabant, das im heutigen belgischen Staatsgebiet lag, in der Champagne in Frankreich und später in Venedig. Der Stadt Florenz hat der Florin auch seinen Namen zu verdanken. Je nach Prägejahr und Herkunft zeigte der Florin verschiedene Motive und Inschriften. Der damalige Wert des Florin lässt sich aus heutiger Perspektive nur schwer benennen und schwankte wohl auch im Laufe der Jahrhunderte beträchtlich.

Gold Panda

Beim Panda handelt es sich um eine goldene Anlagemünze chinesischer Herkunft. Sie besteht aus 999er Gold und wurde zwischenzeitlich und teilweise bis heute auch in Platin, Palladium und Silber herausgegeben. Die Goldmünze mit dem geriffelten Rand gibt es seit dem Jahr 1982 bis heute. Auf der Vorderseite der Münze ist der Himmelstempel abgebildet, dessen reales Vorbild in Peking steht und der zum UNESCO-Welterbe gehört. Die Rückseite zeigt wechselnde Porträts von Pandabären. Die offizielle Prägeanstalt in der Volksrepublik China ist die China Mint. Die Ausgabestelle der Münze ist die China Gold Coin Incorporation. Der goldene Panda ist auch in Deutschland in Sparkassen und Banken zu bekommen. Erst seit 2016 werden die chinesischen Münzen mit einer Gewichtsangabe geprägt. Es gibt die Stückelungen beispielsweise von 8 Gramm, von 15 Gramm und von 30 Gramm, die jeweils einen Nominalwert von 100, 200 und 500 Yuan haben. Ein Panda von einer Unze hat einen Durchmesser von 32 Millimetern und ist 2,7 Millimeter dick. Vom Panda werden auch immer wieder Sonderprägungen herausgegeben. Über die Stückzahl der geprägten Münzen macht China keine Angaben.

Goldeuro

Viele Länder, in denen der Euro die offizielle Währung ist, geben regelmäßig auch Goldeuro-Münzen heraus. So auch die Bundesrepublik Deutschland. Unter den Seriennamen “Deutscher Wald” und “Heimische Vögel” sind das zum Beispiel Goldeuro mit einem Nennwert von 20 Euro. Zu einem Nennwert von 50 Euro erschien 2017 eine goldene Gedenkmünze zum 500. Jahrestag der Reformation, die nach einem Entwurf von Adelheid Fuss auf der Bildseite die sogenannte Lutherrose zeigt. Zwischen 2018 und 2020 wurden 50-Euro-Goldmünzen mit den Musikinstrumenten Kontrabass, Hammerflügel und Orchesterhorn geprägt. Die Serie soll fortgesetzt werden. Eine erste 100-Euro-Goldmünze wurde 2002 zur Begrüßung der neuen Währung aufgelegt. Alle Euro-Goldmünzen der Bundesrepublik bestehen aus 24-karätigem Gold. Alle 100-Euro-Goldmünzen wiegen 15,55 Gramm und haben einen Durchmesser von 28 Millimetern. Sie wurden und werden beispielsweise anlässlich der Erklärung deutscher Städte zum UNESCO-Welterbe geprägt, aber auch zur Austragung der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland im Jahr 2006 erschien eine 100-Euro-Goldmünze.

Guinea England

Die britische Goldmünze Guinea, zu Deutsch auch Guinee, war zwischen dem 17. und dem frühen 19. Jahrhundert im Umlauf. Ihren Namen hatte die Münze von dem gleichnamigen goldreichen Land an der Westküste Afrikas erhalten. Auf der Guinee waren jeweils die Porträts der herrschenden englischen Könige und das Königswappen abgebildet. Der Nennwert einer Guinee betrug ursprünglich 20 britische Schilling, was wiederum einem Pfund Sterling entsprach. Die Guinee wurde im Jahr 1814 schließlich vom britischen Sovereign abgelöst.

Heimische Vögel

Die Goldmünzen der Serie “Heimische Vögel” sind Gedenkmünzen der Bundesrepublik Deutschland mit einem Nennwert von 20 Euro. Die fünf verschiedenen Goldmünzen erschienen zwischen den Jahren 2016 bis 2020 jeweils im Juni. Eine Münze der Serie “Heimische Vögel” besteht aus 24-karätigem Gold, hat einen Durchmesser von 17,5 Millimetern und wiegt 3,89 Gramm. Der Rand ist geriffelt. Die Bildseiten zeigen je nach Jahrgang die Nachtigall, den Pirol, den Uhu, den Wanderfalken und den Weißstorch. Für den Juni 2021 ist eine weitere Münze der Serie mit der Abbildung eines Schwarzspechtes geplant. Auf der Wertseite ist der Bundesadler, der Nennwert und der Schriftzug “Bundesrepublik Deutschland” abgebildet. Die Entwürfe gehen auf die Münzdesigner Bodo Broschat, Franticek Chochola und Adelheid Fuss zurück. Der Ausgabepreis der Münzen betrug aufsteigend zwischen 184,97 und 229,48 Euro. Die noch nicht in Umlauf gebrachte Goldmünze wird vermutlich um 240 Euro kosten. Jede Münze der Serie “Deutscher Wald” erschien in einer Auflagenhöhe von 40.000 Stück. Die Münzen wurden in allen fünf deutschen Münzprägen hergestellt.

Helvetia

Die Helvetia ist eine alte goldene Anlagemünze aus der Schweiz zum Nennwert von 20 Schweizer Franken. Die Helvetia-Münzen wurden zwischen den Jahren 1883 und 1896 geprägt. Insgesamt kamen 1.750.050 Helvetia-Münzen in Umlauf. Eine Helvetia wiegt 6,452 Gramm und besteht zu 90 Prozent aus Gold und zu 10 Prozent aus Kupfer. Ihr Durchmesser beträgt 21 Millimeter und sie ist 1,25 Millimeter dick. Damit entsprach die Schweizer Münze den Normen der lateinischen Münzunion, die von 1865 bis 1926 zwischen der Schweiz, Italien, Frankreich und Belgien formal bestand. Die Vorderseite der Münze ziert das eidgenössische Wappen umrahmt von einem Lorbeerkranz. Auf der Rückseite ist der Kopf der Schweizer Allegorie Helvetia im Profil mit einem Schriftzug abgebildet. In den Rand der Münze sind die Inschrift “Dominus Providebit” sowie 13 Sterne geprägt. Der Entwurf eines unbekannten Künstlers stammt aus dem Jahr 1883. Die Helvetia ist der Vorläufer des Goldvrenelis, der bekanntesten Schweizer Anlagemünze, der von 1897 bis 1949 geprägt wurde.

Indian Head

Die sogenannten Indian Head gold pieces oder auch Pratt-Bigelow gold coins sind zwei Münzserien mit dem gleichen Design. Sie wurden zwischen den Jahren 1908 und 1915/16 sowie 1925 und 1929 geprägt. Der Nennwert der Münzen beträgt 2,5 und 5 US-amerikanische Dollar. Die Münzen bestehen aus 900er Gold und sind 4,18 und 8,359 Gramm schwer. Ihr Durchmesser beträgt 18 und 21,6 Millimeter. Geprägt wurden die Indian Head von der Philadelphia Mint. Der Rand der Münzen ist geriffelt. Auf der Vorderseite ist der Kopf eines Indianerhäuptlings im Profil und mit Federkrone abgebildet. Am Rand stehen der Schriftzug Liberty, 13 Sterne für die damalige Anzahl der Bundesstaaten sowie das Prägejahr. Die Rückseite zeigt einen stehenden Adler auf einem Ast und die Zeilen “In God We Trust” und “E Pluribus Unum”. Die Entwürfe aus dem Jahr 1908 stammen beide von Bela Lyon Pratt, einem amerikanischen Bildhauer aus Connecticut.

Kanada Golddollar

Kanada ist eines der Länder mit den meisten Goldvorkommen und entsprechend viele Goldmünzen wurden und werden hier geprägt. Der Maple Leaf könnte auch Kanada Golddollar genannt werden. Die Bezeichnung Maple Leaf geht auf die englische Bezeichnung des Blattes des Zucker-Ahorns zurück, das die Rückseite der Münze wie auch die kanadische Flagge ziert. Der Maple Leaf oder Kanada Golddollar wird seit dem Jahr 1979 von der Royal Canadian Mint geprägt. Der Maple Leaf besteht aus 99,99 Prozent Gold. Der Rand der Münze ist geriffelt. Auf der Vorderseite zeigt der Maple Leaf wechselnde Porträts von Queen Elisabeth II. Den Maple Leaf gibt es in Standard-Stückelungen von einem Gramm bis einer Unze und zu entsprechenden Nennwerten von einem halben kanadischen Dollar bis zu 50 kanadischen Dollar. Der Maple Leaf wird auch in Platin, Palladium und Silber geprägt. Immer wieder gibt es auch Sonderprägungen wie den Big-Maple-Leaf, der in Berlin im Jahr 2017 aus dem Bodemuseum geraubt wurde und der unwiederbringlich verloren ist. Ebenfalls recht häufig anzutreffen sind alte kanadische 20-, 10- und 5-Dollar-Münzen, die einst in hoher Auflage geprägt wurden und auf der Vorderseite euphorische Menschen zeigen, die die Landesflagge schwingen.

Kanada Sovereign

Der Sovereign ist der Name einer englischen Goldmünze, die in vielen Ländern des Commonwealth geprägt wurde, unter anderen auch in Kanada. Der Ottawa Mint Sovereign wurde zwischen 1908 und 1919 von der Royal Canadian Mind in hoher Auflage geprägt und hat den Nennwert von einem britischen Pfund. Die Münze besteht zu 91,7 Prozent aus Gold und zu 8,3 Prozent aus Kupfer. Die Münze mit einem Durchmesser von 22,05 Millimetern wiegt 7,99 Gramm. Die Münzen aus den Jahren 1908 bis 1910 zeigen das Porträt des englischen Königs Edward VII. und gehen vom Entwurf her auf den britischen Medailleur George W. DeSaulles und den italienischen Medailleur Benedetto Pistrucci zurück. Pistrucci entwarf die Rückseite, die den heiligen Georg zu Pferde und mit Schwert zeigt. Die kanadischen Sovereign aus den Jahren 1911 bis 1919 zeigen das Porträt von George V. Der Schöpfer des Porträts war hier der australische Bildhauer und Medailleur Sir Edgar Bertram Mackernnal, der seine Werke mit E. B. signierte. Kanadisch Sovereign tragen das Prägezeichen C über der Jahreszahl.

Kronen

Goldkronen werden Münzen der einstigen österreichisch-ungarischen Goldstandardwährung genannt, die es von 1892 bis 1914 beziehungsweise formal bis 1923 gab. Der Begriff Goldkrone bezog sich dabei vor allem auf die Goldmünzen der Währung. Die Bildseite einer Goldkrone mit dem Nennwert von 10 Kronen zeigt das Konterfei Franz-Josephs I. im Profil. Auf der Wertseite ist das Wappen der österreichisch-ungarischen Monarchie und das Prägejahr zu sehen. Für die Münzen wurde schon zu Zeiten ihrer Gültigkeit oft ein Aufgeld gezahlt, da es deutlich weniger goldene Münzen als Papiergeld gab. Durch die Goldkronen und sogenannten Papierkronen wurden damals die Währungen Gulden und Dukat abgelöst. Neben 10-Kronen-Münzen gibt es auch welche mit dem Wert von 20 und 100 Kronen. Eine vom Deutschen Zollverein initiierte goldene Vereinsmünze aus den Jahren 1857 bis 1871 wird ebenfalls als Goldkrone bezeichnet.

Krugerrand

Der Krugerrand, im Deutschen auch Krügerrand genannt, ist zumindest für den europäischen Anleger die berühmteste Anlagemünze überhaupt. Sie kommt aus Südafrika und wird dort seit 1967 geprägt. Der Krugerrand folgte auf die Gold-Rand-Münzen, die durch den Krugerrand an Bedeutung verloren und deren Prägung schließlich eingestellt wurde. Die Vorderseite des Krugerrands zeigt das Porträt von Paul Kruger. Stephanus Johannes Paulus Kruger war Politiker, zwischen 1882 und 1902 Präsident der südafrikanischen Republik und nicht zuletzt Gründer des berühmten Kruger-Nationalparks. Kruger war Sohn deutscher Einwanderer und wurde von der Bevölkerung auch liebevoll “Onkel Paul” genannt. Das Vorbild für das Porträt war eine Büste des deutschen Bildhauers und Münzmeisters Otto Schultz aus dem Jahr 1892. Die Münzrückseite des Krugerrands zeigt wie auch schon der Vorgänger Gold Rand einen Springbock, das Nationalsymbol Südafrikas. Der Entwurf aus dem Jahr 1967 geht auf Coert Steynberg, einen südafrikanischen Bildhauer, zurück. Der Krugerrand ist in Südafrika ein offizielles Zahlungsmittel. Allerdings wird der goldene Krugerrand selten als Bargeld genutzt, denn sein Wert ändert sich permanent entsprechend dem Goldpreis. Er besteht aus 22-karätigem Gold. Den Krugerrand in Gold gibt es in verschiedenen Stückelungen. Er wird in der Rand Refinery in der Stadt Germiston nahe Johannesburg geprägt und ist die auflagenstärkste Anlagemünze weltweit. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Krugerrands wurden auch Silber- und Platinmünzen zum Nennwert von 1 und 10 Rand geprägt.

Libertad

Die Libertad, also “Freiheit” genannte Goldmünze wird von der Präge Casa de Moneda de Mexico herausgegeben. Die Libertad wird seit 1981 in Gold und seit 1982 auch in Silber geprägt. Auf der Vorderseite ist die geflügelte Siegesgöttin Victoria vor dem Hintergrund der Vulkane Iztaccíhuatl und Popocatépetl und einer mexikanischen Steppenlandschaft abgebildet. Das Vorbild für die Abbildung ist El Ángel de la Independencia in Mexiko-Stadt. Die Rückseite zeigt das mexikanische Staatswappen. Die Libertad mit geriffeltem Rand besteht aus 999er Gold. Die Libertad gibt es in verschiedenen Größen von einer Zwanzigstel Unze bis hin zu einem Kilogramm. Seit dem Jahr 2000 zeigt die Münze auf der Rückseite neben dem Nationalwappen weitere zehn historische Wappen Mexikos, die das aktuelle umrahmen. Ältere Libertad-Münzen können auch einen glatten Rand oder am Rand die Prägung “Independencia y Libertad” haben.

Lunar

Die Lunar, zu Deutsch der Mond, ist eine australische Goldmünze, die auch Lunar-Kalender genannt wird. Es gibt jeweils drei Lunar Serien in Gold und Silber. Die Münze mit geriffeltem Rand besteht aus 999er Gold oder Silber. Erste Lunar-Münzen wurden 1996 geprägt. Auf der Vorderseite sind ganz unterschiedliche Motive der chinesischen Tierkreiszeichen und des chinesischen Mondkalenders abgebildet. Motive waren bislang beispielsweise Ochse, Maus, Schlange, Tiger, Hase und Drache. Die Motive wechseln jedes Jahr. Die Rückseite zeigt Queen Elisabeth II. Der Entwurf für die Münzen stammt vom bekannten britischen Bildhauer Ian Rank-Broadley, der die Signatur IRB benutzt. Formal ist die Lunar ein offizielles Zahlungsmittel in Australien. Die Münzen gibt es zu Nennwerten von 5 australischen Dollar bis zu 30.000 australischen Dollar.

Lutherrose

Die Lutherrose ist eine goldene Sammler- und Gedenkmünze, die von der Bundesrepublik Deutschland am 24. Mai 2017 ausgegeben wurde. Ihr Nennwert beträgt 50 Euro. Der Anlass für die Ausgabe war die Feier zum 500sten Jahrestag der Reformation. Der Ausgabepreis für die Lutherrose genannte Münze betrug 332,67 Euro. Die Auflage betrug insgesamt 150.000 Stück. Die Lutherrose wurde zu gleichen Teilen in allen großen deutschen Münzprägen in Berlin, Hamburg, Stuttgart, München und Karlsruhe geprägt. Der Entwurf für die Gedenkmünze stammt von der Medailleurin Adelheid Fuss. Die Münze zeigt auf der Bildseite die besagte Lutherrose und auf der Wertseite den deutschen Bundesadler. Die Lutherrose besteht aus 999er Gold, hat ein Durchmesser von 20 Millimetern, ist 1,65 Millimeter dick und wiegt 7,78 Gramm. Das entspricht einer Viertelunze Feingold.

Maple Leaf

Der Maple Leaf ist eine der bekanntesten Anlagemünzen und kommt aus Kanada. Der englischsprachigen Bezeichnung für das Blatt des Zuckerahorns, dem kanadischen Nationalsymbol, verdankt der Maple Leaf seinen Namen. Das Ahornblatt ist nicht nur das zentrale Element auf der kanadischen Nationalflagge, sondern auch das der Münzrückseite. Eine erste Maple-Leaf-Münzserie wurde im Jahr 1979 geprägt. Die Münzen bestanden aus einer Feinunze 24-karätigem Goldes. Es folgten viele weiteren Münzserien auch in anderen Stückelungen und seit 1988 auch aus Silber, Platin und Palladium (erst seit 2005). Die Vorderseite des Maple Leaf ziert ein Porträt von Queen Elisabeth II. Bei dem spektakulären und bis heute nicht geklärten Münzraub aus dem Bode-Museum im Jahr 2017 handelte es sich um eine Sonderprägung des Mapel Leafs. Die besonders große Goldmünze befand sich seit 2010 in dem Berliner Museum als Leihgabe von einer nicht genannten Privatperson. Vermutlich wurde sie von den Räubern zerteilt verkauft und ist damit für immer verloren.

Napoléon d’Or (Francs)

Beim Napoléon d’Or handelt es sich um eine historische Goldmünze aus Frankreich. Die Goldmünze wurde ab 1803 unter der Herrschaft Napoleons I. und ab 1853 unter der Herrschaft Napoleons III. geprägt. Der Vorläufer des Napoléon d’Or war des ebenfalls goldene Louis d’Or. Der Napoléon d’Or hatte je nach Größe einen Wert von 20 oder von 40 Francs. Auch neuere französische Goldmünzen mit einem Nennwert von 20 Francs werden mitunter noch Louis d’Or oder Napoléon d’Or genannt. Der Napoléon d’Or gehörte einst zu den wichtigsten Münzen der sogenannten Lateinischen Münzunion zwischen der Schweiz, Frankreich und Italien, die formal bis 1926 bestand. Im Kanton Glarus in der Ostschweiz wurde sogar noch bis in die 1940er Jahre mit der Währung Napoléon d’Or gerechnet. Den Napoléon d’Or gab es in verschiedenen Prägungen und die Motive gingen immer auf die Herkunftsländer zurück. Das waren neben Frankreich, Italien und der Schweiz auch Griechenland und Belgien.

Piaster

Als Piaster wurden alte spanische Goldmünzen und Kursmünzen von erheblichem Wert bezeichnet. Der Name ist eine Variation des Peso. Die Bezeichnung verbreitete sich einst in ganz Europa bis hin in den arabischen und den nordafrikanischen Raum. Als Piaster wurden zwischenzeitlich auch Silbermünzen bezeichnet. So kommt es, dass heute noch recht viele und sehr verschieden Münzen älteren Ursprungs unter dem Namen Piaster im Umlauf sind, deren Wert oftmals nur ein Numismatiker bestimmen kann. Piaster bedeutet eigentlich Metallplatte und auch das Pflaster hat denselben Ursprung wie die Münzbezeichnung. Der Piaster wurden in den Münzsystemen vieler Länder wie Ägypten, Jordanien, der Türkei, dem Libanon, Marokko, Tunesien und Zypern nachgeahmt und ist zum Teil noch heute Bestandteil von Währungen mit einem eher niedrigen Geldwert.

Queens Beasts

Die Queens Beasts genannten Münzen aus Gold, Platin und Silber werden seit dem Jahr 2016 von der britischen Royal Mint geprägt und erfreuen sich bei Sammlern großer Beliebtheit. Die englische Königin Elizabeth II. ist als Pferdenärrin und Hundeliebhaberin bekannt. Doch auf diese Tiere spielt die Münzserien nicht an, sondern auf zehn Statuen von Wappentieren, die anlässlich der Krönung der Queen im Jahr 1953 vom britischen Bildhauer James Woodford, der von 1893 bis 1976 lebte, erschaffen wurden. Die Wappentiere sind in der Genealogie des britischen Königshauses fest verankert. Die zehn Motive der Queens Beasts Münzen sind der Löwe von England, der Greif Edwards III., der Falke der Plantagenets, der schwarze Stier von Clarence, der Yale von Beaufort, der weiße Löwe von Mortimer, der weiße Windhund von Richmond, der rote Drache von Wales, das Einhorn von Schottland und das weiße Pferd von Hannover. Die Originale sind Skulpturen von etwas über 1,80 Meter Höhe und sie stehen inzwischen im Canadian Museum of History in Quebec. Repliken kann man in den Royal Botanic Gardens in Kew im Südwesten von London bewundern. Die Vorderseiten der Münzen aus reinen Edelmetallen ziert ein Porträt der Queen im Profil. Alle Motive wurden von der Medailleurin Judy Clark umgesetzt.

Reichsmark

Zwischen 1871 und 1915 wurden im Deutschen Kaiserreich insgesamt drei Reichsgoldmünzen mit einem Nennwert von 20 Mark geprägt. Zwischen 1959 und 1962 gelangten über die Fälscherwerkstatt Schmidt-Hausmann sehr viele Fälschungen in Umlauf. Reichsgoldmünzen werden daher sorgfältig hinsichtlich des Feingoldgehaltes, aber auch der numismatischen Echtheit überprüft. Echte Reichsgoldmünzen mit dem markanten Reichsadler auf der Rückseite wiegen 7,96 Gramm, haben einen Durchmesser von 22,5 Millimetern und bestehen zu 90 Prozent aus Gold und zu 10 Prozent aus Kupfer.

Säulen der Demokratie

Die Säulen der Demokratie sind bislang zwei von insgesamt drei geplanten Goldmünzen, die die Bundesrepublik Deutschland im Oktober 2020 und 2021 anlässlich unseres höchsten Gutes, der Demokratie, herausgegeben hat. Die Münzen mit geriffeltem Rand und dem Zusatz “Einigkeit” und “Recht” bestehen aus 999er Gold, haben einen Durchmesser von 28 Millimetern und wiegen 15,55 Gramm, was einer halben Unze entspricht. Die Goldmünzen haben einen Nennwert von 100 Euro und wurden für 807,29 Euro und 809,35 Euro ausgegeben. Die Bildseiten wurden von Bastian Prillwitz entworfen und die Wertseite mit dem Bundesadler von Andre Witting. Die Bildseiten zeigen bislang die Frankfurter Paulskirche und das Bundesverfassungsgericht. Die Münzen erschienen in einer Auflage von 35.000 Stück und wurden in allen fünf großen deutschen Prägeanstalten geprägt. Die noch ausstehende Münze wird den Zusatz “Freiheit” tragen und auf der Bildseite das Brandenburger Tor zeigen.

Schilling England

Im Jahr 1816 wurde in England mit der Kurantmünze Sovereign auch der Schilling eingeführt. Er bestand aus Sterlingsilber, hatte ein Gewicht von 5,7 Gramm und einen Durchmesser von 24 Millimetern. Der Silberanteil wurde im Laufe der Jahre immer mehr reduziert und nachdem das britische Pfund 1971 aufs Dezimalsystem umgestellt wurde, verschwand der Schilling in Großbritannien nach und nach. Im Münz- und Goldhandel sieht man zuweilen sogenannte Schilling Goldmünzen aus England. Dabei handelt es sich aber um Sovereignmünzen, die ebenfalls ab 1816 geprägt wurden. Sie hatten einen Wert von 20 Schilling und wurden daher in England 20 Schilling Goldmünzen genannt. Der Entwurf des heiligen Georgs auf dieser Goldmünze geht auf den Italiener Benedetto Pistrucci zurück.

Somalia Elephant

Der Somalia Elephant ist anders als der Name vermuten lässt, keine Goldmünze der Bundesrepublik Somalia, sondern sie kommt aus Deutschland. Das heißt, offiziell kommt die Münze zwar aus Somalia, aber die Rechte an der Münze hat das Hamburger Unternehmen “Emporium Merkator”, ein Edelmetallhändler. Der Nennwert der Goldmünzen mit den jährlich wechselnden Elefantenmotiven ist in Shilling ausgewiesen, der Währung Somalias. Der Nominalwert einer 1-Unze-Münze beträgt 1.000 Shilling. Hergestellt werden die Münzen vom Bayrischen Hauptmünzamt in München. Die Münzen aus 999er Gold haben eine sehr hohe Prägequalität mit polierter Platte. Die Münzen aus der einst von Somalia herausgegebenen African Wildlife Serie sind nicht nur Anlagemünzen, sondern inzwischen auch begehrte Sammlermünzen. Den Somalia Elephant gibt es in verschiedenen Stückelungen und auch in Silber.

Sovereign

Sovereign ist zunächst der Name einer britischen Goldmünze. Der Sovereign wurde zwischen 1489 und 1656 mit verschiedenem Wert und auch mit verschiedenen Motiven geprägt. Seit 1816 war der Sovereign die Standardmünze der neuen Goldwährung mit dem charakteristischen Motiv des heiligen Georgs zu Pferde im Kampf gegen den Drachen nach einem Entwurf des italienischen Edelsteinschneiders Benedetto Pistrucci. Auf der Vorderseite des Sovereign war immer der jeweils regierende britische Monarch abgebildet. Prägestätten für den Sovereign gab es nicht nur in London, sondern im gesamten Commonwealth und vor allem dort, wo reichliche Goldvorkommen existierten. Der Sovereign wurden unter anderem in Kanada, in Australien, in Indien und Südafrika geprägt. 1917 wurde die Prägung in London zunächst eingestellt und zwischen 1925 und 1937 noch einmal aufgenommen. Seit 1957 wird der Sovereign in Großbritannien bis heute als Anlagemünze geprägt. Die Anlagemünze besteht zu 91,67 Prozent aus Gold, hat einen geriffelten Rand, einen Durchmesser von 22,05 Millimetern, ist 1,52 Millimeter dick und 7,988 Gramm schwer. Auf der Vorderseite ist seit der Wiederauflage des Sovereign immer Queen Elizabeth II. in wechselnden Porträts abgebildet.

Sovereign Australien

Australien gehörte wie andere Länder weltweit zum Commonwealth, verfügte über reichlich Goldreserven und prägte damit auch australische Sovereign Münzen. Die Perth Mint prägt die Münzen britischen Ursprungs bis heute, aber die Serie muss man suchen, da sie von anderen australischen Goldmünzen wie den Serien Lunar, Australien Kangaroo, Nugget und Koala überstrahlt wird. Alte australische Sovereigns können auch von der Sydney Mint stammen. Die Perth Mint prägt regelmäßig pro Jahr eine Auflage an Double Sovereigns, Sovereigns und Half Sovereigns mit Nennwerten von jeweils 50, 25 und 15 Australischen Dollar. Auch Sonderprägungen sind zu finden wie etwa der Double Sovereign und der Sovereign von 2019 zum 200. Geburtstag von Queen Victoria oder der Sovereign von 2021 zum 95. Geburtstag von Queen Elizabeth II. Die australische Sovereign der Perth Mint zeigen schon lange nicht mehr den Heiligen Georg, sondern den Schriftzug Australia unter einer Krone und von Lorbeer umrankt. Das Porträt der Queen auf der Rückseite ist geblieben. Die Münzen haben einen geriffelten Rand und es gibt sie mit polierter Platte.

Sovereign Südafrika

Auch Südafrika war einst britische Kronkolonie, hatte reichlich Goldvorkommen und prägte Sovereign für die Krone. Schon 1874 wurden erste Goldmünzen ganz nach britischem Vorbild geprägt. Das waren allerdings Gedenkmünzen für Thomas Francois Burger, einem ehemaligen Präsidenten der Republik Südafrika. Ab 1892 wurden größere Mengen an Goldmünzen in Umlauf gebracht, die heute weltweit verstreut sind. Großbritannien gründete 1923 in Pretoria eine Außenstelle der Royal Mint, in der bis 1923 Sovereigns mit dem Porträt von König Georg V. geprägt wurden. Zu erkennen sind diese Münzen an dem Zeichen SA unterhalb des heiligen Georgs. Vom heiligen Georg gab es in Südafrika sogar zwei verschiedene Varianten. Südafrika war eines der letzten Länder, das die Prägung des Sovereign in den 1930er Jahren einstellte. 1952 und 1953 wurden aber noch einundeinhalb Pfund-Münzen mit dem Porträt Georg V. und Elizabeth II. geprägt, auf deren Rückseite ein Springbock abgebildet war. 1961 folgten die ein und zwei Rand Goldmünzen, die bis 1983 geprägt wurden und die noch heute zahlreich gehandelt werden.

Tscherwonez

Der Tscherwonez (auch Chervonetz) ist eine russische Goldmünze. Im Namen schwingt die Farbe Rot mit und genau so sehen die Tscherwonzen wegen ihres relativ hohen Kupferanteils von zehn Prozent aus. Goldmünzen unter der Bezeichnung wurden erstmals 1923 geprägt. Sie trugen das Wappen der Sowjetunion mit Hammer, Sichel und Ährenkranz und den kyrillischen Schriftzug für die Russische SFSR (PCOCP), später SSSR (CCCP) auf der Rückseite. Auf der Vorderseite war ganz entsprechend dem sozialistischen Realismus ein Bauer bei der Aussaat unter der Sonne und vor einer Industrielandschaft mit rauchenden Schornsteinen abgebildet. Die Tscherwonzen wurden später durch ebenso genannte Scheine abgelöst und durch einen Putschversuch und Fälschungen verlor die Währung an Wert. Zwischen 1975 und 1982 wurden in der Sowjetunion wieder Tscherwonzen aus Gold mit den alten Motiven geprägt und als Devisenbeschaffungsmaßnahme ins Ausland verkauft. Ein Tscherwonez hat ein Feingewicht von 7,74 Gramm und einen Nennwert von Zehr Rubel.

Ungarn Dukat

Ungarische Golddukaten sind bis heute recht zahlreich im Umlauf. Erste Dukaten wurden im 13. Jahrhundert in Venedig geprägt und verbreiteten sich durch den Handel bald in ganz Europa. Andere Länder fingen ebenfalls an, Golddukaten zu prägen. Dukaten verfügen über einen Goldanteil von über 98 Prozent. Ungarische Dukaten wurden in besonders hoher Stückzahl geprägt. Manche seltenen Exemplare sind inzwischen Sammlerstücke. Viele Jahrgänge sind jedoch recht leicht zu bekommen. Münzen, die vor 1800 geprägt wurden, gelten nicht als Anlagemünzen und werden damit steuerlich anders behandelt. Ungarische Golddukaten gibt es in verschiedenen Stückelungen von einem viertel Dukaten bis zum Zehn-Dukaten-Stück. Eine Ein-Dukat-Münze von 1868 zeigt beispielsweise Kaiser Franz Joseph und das österreichisch-ungarische Wappen. Die hübsche Münze ist 3,49 Gramm schwer und hat einen Durchmesser von 20 Millimetern.

Vreneli

Der Goldvreneli ist die bekannteste Anlagemünze aus der Schweiz. Sie hat einen Nennwert von 20 Schweizer Franken, besteht zu 90 Prozent aus Gold und zu 10 Prozent aus Kupfer und wurde zwischen den Jahren 1897 und 1949 geprägt. Auf der Vorderseite zeigt die Münze das eidgenössische Wappen und auf der Rückseite ist die Allegorie der Helvetia im Profil vor einer Alpenlandschaft abgebildet. Der Entwurf geht auf den Schweizer Bildhauer und Medailleur Fritz Ulysse Landry zurück. Landry nannte das von ihm gestaltete Frauenbildnis Vreneli und gab der Münze so ihren Namen. Die Gesamtauflage des Vreneli betrug 58,6 Millionen Stück. Zwischen 1911 und 1922 wurde zudem ein 10-Franken-Vreneli in einer Auflage von 2,6 Millionen Münzen geprägt. Der Vreneli ist bis heute in der Schweiz ein populäres Geschenk zu besonderen Anlässen.

Wiener Philharmoniker

Der Wiener Philharmoniker, kurz Philharmoniker genannt, ist eine Goldmünze aus Österreich. Sie wird seit 1989 von der Münze Österreich in Wien nach Bedarf geprägt und ist als Anlagemünze vor allem in Nordamerika und Japan sehr beliebt. Sie hat einen Feingehalt von 99,99 Prozent und besteht damit aus purem Gold. Seit 2008 gibt es auch Philharmoniker in Silber und seit 2016 in Platin. Der Entwurf für diese attraktive Münze geht auf Thomas Pesendorfer, dem Chefgraveur der österreichischen Münze, zurück. Die Münze zeigt auf der Vorderseite die Musikinstrumente des berühmten Orchesters, dessen Namen sie trägt. Ein Cello in der Mitte wird von zwei Bratschen, zwei Geigen, einem Horn, einer Harfe und einem Fagott flankiert. Auf der Rückseite ist die Orgel aus dem Goldenen Saal des Wiener Musikvereins abgebildet. Der Ur-Philharmoniker besteht aus einer Unze Gold, wiegt damit 31,103 Gramm und hat einen Durchmesser von 37 Millimetern. Diese Münze mit dem geriffelten Rand hat einen Nennwert von 2000 Österreichischen Schilling und später 100 Euro, was für ihren wirklichen Wert aber nicht von Bedeutung ist. Denn der orientiert sich wie bei allen Anlagemünzen am aktuelle Goldpreis.