Edelmetallratgeber – Gold und Edelmetalle

Edelmetalle sind seltene, recht reaktionsträge Metalle. Aufgrund ihrer Materialeigenschaften und ihrer Optik werden sie gerne als Schmuck getragen, dienen zugleich aber auch als Investitionsobjekte. Gerade Silber, Platin und Palladium werden darüber hinaus in der Industrie benötigt. Entstanden sind die Edelmetalle bereits lange vor der Entstehung unseres Sonnensystems – wobei heute davon ausgegangen wird, dass Gold und Silber auf einem anderen Weg entstanden sind als Platin und Palladium.

Bedeutung von Edelmetallen

Die Menschheit spricht den einzelnen Edelmetallen teils besondere Bedeutungen zu. Da Gold und Silber bereits deutlich länger relevante Materialien für den Menschen sind, besitzen die beiden Edelmetalle äußerst detaillierte religiöse, mystische und spirituelle Bedeutungen. Platin und Palladium dagegen werden erst sein wenigen hundert Jahren wirklich geschätzt – ihre Bedeutung für den Menschen ist vor allem spiritueller, aber auch ästhetischer Natur.

Gold

Die gelb-metallische Farbe des Goldes wird mit Geld assoziiert, mit Reichtum und Eleganz. Im religiösen Bereich wird das Edelmetall mit Heiligkeit und Reinheit in Verbindung gebracht. Es steht allerdings auch für Helligkeit, Licht und Erleuchtung – insbesondere im Buddhismus. Vielleicht auch, da das Gold in der chinesischen Philosophie die Sonne, das Yang und Harmonie symbolisiert.

Silber

Mit seiner kühlen und hellen Färbung steht das Silber im genauen Gegensatz zum Gold und symbolisiert auch deshalb den Mond und im buddhistischen das Yin. Silber wird mit Reinheit und Offenheit assoziiert. Im Christentum steht es für Erlösung, im Judentum für moralische Unschuld und Heiligkeit.

Platin

Aufgrund seiner Seltenheit ist Platin kostbarer als Gold – das war allerdings nicht immer so. Die spanischen Eroberer Südamerikas etwa sahen in dem Edelmetall eine qualitativ minderwertige Vorstufe von Gold. Jahrhunderte zuvor wurde es jedoch schon von den Inkas für rituelle Gegenstände verwendet. Der symbolische Wert von Platin ist aufgrund seiner bisher deutlich kürzeren Erfolgsgeschichte weitaus geringer als der des Goldes oder des Silbers.

Palladium

Eine noch kürzere Geschichte als das Platin hat das Palladium, das erst 1802 von William Hyde Wollastone entdeckt wurde. Optisch ähnelt es dem Silber sehr. In der Esoterik wird dem Edelmetall die Fähigkeit zugesprochen, bei der Änderung von Gewohnheiten hilfreich zu sein und die Umstellung von Lebenseinstellungen zu fördern.

Chemische Eigenschaften

Die chemischen Stoffeigenschaften der verschiedenen Edelmetalle unterscheiden sich in manchen Punkten stark. Gemeinsam haben sie jedoch eine hohe Reaktionsträgheit – besonders ausgeprägt beim Gold, schwächer ausgeprägt beim Palladium.

Gold

Das Elementensymbol „Au“ steht für Gold und leitet sich von der lateinischen Bezeichnung „aurum“ ab. Zu den wichtigsten chemischen Eigenschaften des Edelmetalls zählen seine hohe Korrosionsbeständigkeit und seine Reaktionsträgheit.

Silber

Das Elementensymbol „Ag“ steht für Silber und leitet sich von der lateinischen Bezeichnung „argentum“ ab. Zu den wichtigsten chemischen Eigenschaften des Edelmetalls zählt seine relativ hohe Reaktionsträgheit. Zwar reagiert es auch bei höheren Temperaturen nicht mit dem Sauerstoff der Luft, jedoch aber mit in der Luft enthaltenen Spuren von Schwefelwasserstoff. So bildet sich Silbersulfid, das das Silber schwarz anlaufen lässt.

Platin

Das Elementsymbol „Pt“ steht für Platin. Der Name des Edelmetalls leitet sich von der lateinischen Bezeichnung „platinum“ ab. Zu den wichtigsten chemischen Eigenschaften des Edelmetalls zählen sein stabiles Verhalten bei hohen Temperaturen sowie sein gewissermaßen widersprüchliches Verhalten, die Reaktion mit chemischen Stoffen betreffend: So gilt Platin einerseits als recht reaktionsträge – etwa gegenüber Salz- und Salpetersäure -, gleichzeitig ist es mit bestimmten Substanzen und unter bestimmten Reaktionsbedingungen hochreaktiv.

Palladium

Das Elementsymbol „Pd“ steht für Palladium. Zu den wichtigsten chemischen Eigenschaften des Edelmetalls zählen seine Absorptionsfähigkeit für Wasserstoff, die höher ist als bei jedem anderen Element, sowie seine im Vergleich zu Platin hohe Reaktionsfreudigkeit.

Physikalische Eigenschaften

Gold

Als Reinelement besitzt Gold im Atomkern immer dieselbe Anzahl an Neutronen und Protonen und kann deshalb vergleichsweise leicht mit anderen Metallen legiert werden. Mit einer Mohshärte von 2,5 bis 3 handelt es sich um ein weiches Edelmetall, das jedoch über eine hohe Dichte verfügt.

Silber

Auch Silber ist ein relativ weiches Edelmetall, das eine Mohshärte von 2,5 bis 4 und eine Dichte von 10,49 Gramm pro Kubikzentimeter besitzt. Schmelzen lässt sich das Material unter Normaldruck ab einer Temperatur von 961 °C. Von allen Metallen ist es das Silber, das Wärme und Elektrizität am besten leitet.

Platin

Platin ist wie Gold und Silber ein Schwermetall. Es besitzt eine Mohshärte von 3,5 und ist damit ebenfalls relativ weich. Anders als Silber besitzt das Edelmetall eine hohe Anlaufbeständigkeit. In Pulverform ist Platin entzündbar, in kompakter Form jedoch nicht.

Palladium

Mit einer Mohshärte von 4,5 bis 5 ist Palladium das härteste der vier Edelmetalle und besitzt zugleich den niedrigsten Schmelzpunkt. Der metallische Glanz des Palladiums bleibt auch bei Sauerstoffkontakt glänzend – obwohl Palladium als reaktionsfreudigstes aller Edelmetalle gilt.

Entstehung von Edelmetallen

Obwohl es sich bei Gold, Silber, Platin und Palladium um Edelmetalle handelt und sich in ihren Eigenschaften ähneln, wird aktuell davon ausgegangen, dass Gold und Silber auf eine andere Art und Weise entstanden sind als Platin und Palladium. Wovon allerdings in jedem Fall ausgegangen wird, ist, dass die edlen Metalle nicht erst auf der Erde, sondern bereits vor der Entstehung unseres Sonnensystems entstanden sind.

Unabhängig ihrer Entstehung sind die Edelmetalle aufgrund ihrer hohen Dichte vor allem im Erdinneren zu finden. Edelmetalle, die der Mensch heute fördern kann, wurden zuvor durch vulkanische Prozesse an die Erdoberfläche befördert.

Platin und Palladium

Heute wird davon ausgegangen, dass für die Entstehung von Platin und Palladium massereiche Sterne sind, die in einer Supernova explodierten. Bei dieser Explosion soll es zu einer Anreicherung der Edelmetalle und anderen schweren Elemente gekommen sein, die in das Universum geschleudert und so unter anderem bei der Entstehung der Erde „eingebaut“ wurden.

Gold und Silber

Gold und Silber besitzen im Vergleich zu Platin und Palladium eine höhere Neutronenzahl, die allein durch die Energie einer Supernova nicht erreicht werden kann. Deshalb wird inzwischen davon ausgegangen, dass die beiden Edelmetalle bei der Kollision von Neutronensternen entstanden sind. Neutronensterne sind nichts anderes als stabile Endkonfigurationen, entstanden durch Supernova-Explosionen.

Edelmetallvorkommen

Edelmetalle kommen in gediegener Form oder als geologische Seifen vor. Gediegene Edelmetalle liegen in ihrer natürlichen, elementaren Form vor und sind nicht an Mineralstrukturen gebunden. Geologische Seifen sind dagegen sekundäre Mineralanreicherungen in Sedimenten wie Kies oder Sand. Enthalten sie abbauwürdige Konzentrationen von Edelmetallen, werden diese Vorkommen auch Seifenlagerstätten genannt.

Gold

Im Mittel befinden sich in 1000 Tonnen Gestein vier Gramm Gold. Je nach Region gibt es starke Schwankungen – in manchen Regionen befinden sich mehrere Gramm Gold in einer Tonne Gestein, in anderen Regionen nur Spuren von oder gar kein Gold in 1.000 Tonnen Gestein. Ein Großteil des heute geförderten Goldes stammt aus den USA, Russland, Kanada, Australien und der Volksrepublik China.

Bekannt sind bislang rund 2700 Fundorte von gediegenem Gold, also Gold in elementarer, metallischer Form. Neben diesen primären Lagerstätten gibt es zudem sekundäre Lagerstätten, in denen Waschgold gefunden werden kann.

Silber

Das meiste geförderte Silber stammt aus Silbererzen und wird vor allem in Mexiko, Peru und der Volksrepublik China abgebaut. Als reines chemisches Element, also in gediegener Form, wurde Silber unter anderem in Kongsberg in Norwegen, auf der Keweenaw-Halbinsel in den USA, in Freiberg im Erzgebirge sowie in Schwaz in Tirol gefunden.

Platin

Weltweit wurde Platin bis 2011 an rund 380 Fundorten nachgewiesen, unter anderem in Australien, Bulgarien, Südafrika, der Volksrepublik China, Deutschland, Russland, Frankreich, Irland, Madagaskar, Kanada und den USA. Das weltweite Vorkommen von Platin wird auf rund 69.000 Tonnen geschätzt, rund 63.000 Tonnen davon sollen sich in Südafrika befinden.

Platin kommt nicht nur in gediegener Form, sondern auch in Form chemischer Verbindungen in einer Vielzahl von Mineralen vor. Bekannt sind bislang etwa 50 Platinminerale.

Palladium

Palladium in metallischer Form sowie palladiumhaltige Legierungen werden vor allem in Australien, im Ural, in Nord- und Südamerika sowie in Äthiopien in Flusssedimenten gefunden. Diese Fundorte, in denen das Edelmetall meist in Form geologischer Seifen gefördert wurde, sind jedoch schon seit mehreren Jahrzehnten nahezu vollständig ausgebeutet. Gewonnen wird das Edelmetall heute deshalb hauptsächlich aus Nickel- und Kupfererzen.

Förderung

Jährlich werden viele Tonnen an Edelmetallen abgebaut. Die Fördermenge beim Silber ist deutlich höher als die des Goldes. Dennoch wird jährlich mehr als 15-mal mehr Gold als Platin oder Palladium gefördert. Die Förderung der Edelmetalle findet mehrheitlich im kommerziellen Stil durch Unternehmen statt.

Gold

Heute werden jährlich rund 3.500 Tonnen Gold gefördert. Besonders relevant für die Goldförderung sind Australien, Russland, die Volksrepublik China, die USA, Kanada und Südafrika. Insgesamt hat die Menschheit Schätzungen zufolge bereits 190.000 Tonnen Gold gefördert. Förderfähig sollen inzwischen nur noch rund 50.000 Tonnen des Edelmetalls sein – danach wird ausschließlich recyceltes Gold zur Verfügung stehen.

Silber

Gefördert wurden im Jahr 2017 insgesamt 26.800 Tonnen Silber. Die größten Fördernationen sind Mexiko mit 6.110 Tonnen, Peru mit 4.300 Tonnen und die Volksrepublik China mit 3.500 Tonnen. In Europa ist vor allem Polen an der Silberförderung beteiligt und förderte 2017 immerhin 1.290 Tonnen des Edelmetalls.

Platin

Jährlich werden rund 200 Tonnen Platin gefördert, wobei Südafrika mit rund 140 Tonnen, Russland mit rund 22 Tonnen und Simbabwe mit rund 15 Tonnen die größten Fördernationen sind. Gefördert wurden zwischen 1900 bis heute Schätzungen zufolge rund 6.855 Tonnen des Edelmetalls.

Palladium

Jährlich werden rund 220 Tonnen Palladium gefördert. Russland ist mit einer Fördermenge im Jahr 2018 von rund 90 Tonnen die größte Fördernation, dahinter kommt Südafrika mit rund 80 Tonnen im Jahr 2018. Kanada, die USA und Simbabwe fördern ebenfalls Palladium, allerdings in deutlich geringerer Menge.

Verwendung

Edelmetalle sind besonders beliebte Materialien für Schmuckstücke – insbesondere Gold, Silber und Platin. Palladium kommt vor allem in Legierungen vor – etwa, um Weißgold seinen charakteristischen Farbton zu verleihen. Doch nicht nur aus der Schmuckindustrie sind Edelmetalle nicht wegzudenken. Gold, Silber und Co. sind ebenfalls beliebte Anlageobjekte, kommen teils in der Medizin, aber auch beim Bau von Katalysatoren und in der Elektroindustrie zum Einsatz.

Gold

Die jährliche Nachfrage nach Gold beträgt rund 4.300 Tonnen. Rund die Hälfte davon wird von der Schmuckindustrie nachgefragt. Fast 900 Tonnen Gold werden pro Jahr in Form von Goldbarren und -münzen nachgefragt. Relevant ist das Gold allerdings auch als Liquiditätsreserve für die Zentralbanken sowie als Werkstoff in der Elektronik und in der Medizin – primär in der Zahnmedizin.

Silber

Jährlich werden etwa 30.000 Tonnen des Edelmetalls nachgefragt, wobei 4.600 Tonnen von der Schmuckindustrie und rund 1.000 Tonnen für die Fertigung von Silberwaren benötigt werden. Eine besonders hohe Nachfrage von rund 6.000 Tonnen Silber besteht im Bereich der Wertanlagen. Daneben wird das Edelmetall allerdings auch in der Elektro- und Elektronikbranche, für den Bau von Katalysatoren und in der Medizin benötigt.

Platin

Jährlich werden rund 100 Tonnen Platin für den Bau von Katalysatoren nachgefragt. Rund 27 Prozent des abgebauten Platins werden von der Schmuckindustrie benötigt, während lediglich vier Prozent von privaten Anlegern nachgefragt werden. Benötigt wird das Edelmetall allerdings auch in der Medizin, etwa als Legierungsstoff bei Zahnimplantaten, für Herzschrittmacher und Implantate, im Raketen- und Flugzeugbau, bei der Glasherstellung sowie zur Herstellung von Thermoelementen, Widerstandsthermometern, Heizwiderständen und Kontaktwerkstoffen.

Palladium

Die in den letzten Jahren gestiegenen Preise für Palladium sind vor allem auf die gestiegene Nachfrage durch die Industrie zurückzuführen. Rund 50 Prozent des geförderten Palladiums wird für den Bau von Katalysatoren in Automotoren benötigt. 18,6 Prozent des jährlich geförderten Edelmetalls benötigt die Schmuckindustrie, 12,6 Prozent die Elektrotechnik und elf Prozent die Zahnmedizin. Weitere 4,2 Prozent des abgebauten Palladiums wird in der chemischen Industrie benötigt.

Legierungen

Werden verschiedene Metalle miteinander gemischt, wird von einer Legierung gesprochen. Legierungen werden gefertigt, um einem bestimmten Metall die Eigenschaften eines anderen Metalls hinzuzufügen. So wird weiches Gold etwa häufig mit härteren Metallen legiert, um es härter und fester zu machen. Silber hingegen wird legiert, um es beständiger gegen Korrosion werden zu lassen.

Gold

Goldbarren und -münzen bestehen zumeist aus 99,9 Prozent Gold. Goldlegierungen finden vor allem bei Gebrauchsgegenständen wie Schmuck, Dekorationen, aber auch einigen Anlagemünzen Anwendung. Beliebte Goldlegierungen für Schmuck sind 750er, 585er und manchmal auch 916er Gold. Goldener Schmuck kann allerdings auch deutlich geringere Mengen des Edelmetalls enthalten – etwa 33,3 Prozent in einer 333er Goldlegierung.

Silber

Feinsilber mit einem Silberanteil von 99,9 Prozent wird vorwiegend in der Industrie und für Silbermünzen sowie -barren eingesetzt. Silberschmuck besteht zumeist aus Sterlingsilber, einer Legierung bestehend aus 92,5 Prozent Silber und 7,5 Prozent Kupfer. Ein Silberanteil von 90 Prozent ist zumeist in Silberbesteck enthalten – hierbei handelt es sich um 900er Silber.

Platin

In der Schmuckindustrie kommt vorwiegend Faserplatin zum Einsatz. Dabei handelt es sich um Platin mit einem Platinanteil von rund 96 Prozent. Eine höhere Brinellhärte als Faserplatin mit 55 weist Juwelierplatin mit 110 und mit einem Platinanteil von 98 Prozent auf. Die Bruchdehnung des Juwelierplatins ist mit 25 jedoch geringer als die des Faserplatins mit 39.

Palladium

Bei Schmuckstücken und Geldanlagen lässt sich das Edelmetall ab einem Anteil von 50 Prozent Palladium finden. Relativ weit verbreitet sind im Bereich des Schmucks vor allem 750er und 950er Palladiumlegierungen. Als Anlageform weist Palladium häufig aber eine Legierung von 999er Palladium auf.

Pflege und Reinigung

Silber läuft mit der Zeit schwarz an und muss deshalb regelmäßig gereinigt und gepflegt werden. Die deutlich weniger korrosionsgefährdeten Edelmetalle Gold, Platin und Palladium sollten allerdings nicht weniger gut behandelt werden. Eine regelmäßige Reinigung sowie eine auf das Material abgestimmte Lagerung ist in jedem Fall sinnvoll.

Gold

Gold sollte grundsätzlich an einem trockenen Ort aufbewahrt werden. Verschmutzungen lassen sich gerade bei häufig getragenem Goldschmuck kaum vermeiden. Hier sollte ein Ultraschall- oder Vibrationsgerät verwendet werden, um das Gold zu reinigen. Alternativ können bei leichten Verschmutzungen auch Geschirrspülmittel, Zahnpasta oder Gebissreinigungstabletten den gewünschten Reinigungseffekt erzielen.

Silber

Silber läuft bei Luftkontakt früher oder später an. Deshalb sollte Silber immer trocken, am besten in Baumwolltücher gewickelt, gelagert werden. Bei Haus- und Gartenarbeiten sollte Silberschmuck abgelegt werden.

Entfernen lässt sich das schwarze Silbersulfid mithilfe von Polituren, mit der Durchführung eines Silberbads oder der Nutzung von Silberputztüchern. Bestehen Silberobjekte nicht nur aus Silber, sondern auch aus anderen Edelmetallen, Edelsteinen oder Perlen, sollte die Reinigung von einem Juwelier durchgeführt werden.

Platin

Platin ist ein robustes Edelmetall, das aber dennoch Kratzer aufweisen kann. Bei der Entstehung solcher Kratzer wird allerdings kein Metall abgetragen, sondern lediglich verschoben. Daher ist es recht unkompliziert möglich, jene Beschädigungen wieder auszupolieren.

Damit Beschädigungen erst gar nicht auftreten, sollten sich Schmuckstücke aus Platin nicht berühren, wenn sie gelagert werden. Seide und Samt eignen sich ausgezeichnet als Zwischenpolster. Weiterhin sollte Platinschmuck bei Garten- und Hausarbeiten sowie beim Schwimmen, beim Sport und beim Duschen nicht getragen werden. Auch sollte der Kontakt des Edelmetalls mit Kosmetika, Haarpflegeprodukten und Parfüms vermieden werden.

Verschmutztes Platin lässt sich reinigen, indem es in lauwarmes Seifenwasser gelegt und mit einem weichen Tuch abgewischt wird. Alternativ können eine Schmuckreinigerlösung für Platin oder ein Ultraschallbad zur Reinigung genutzt werden.

Palladium

Palladium ist ebenfalls ein robustes Edelmetall und härter als Gold, Silber und Platin. Daher muss bei Schmuck aus diesem Metall nicht ganz so streng auf die Vermeidung von Kratzern geachtet werden – eine gewisse Vorbeugung ist dennoch sinnvoll. Die Reinigung sowie das Auspolieren von Kratzern erfolgt bei Palladium ähnlich wie beim Platin.

Edelmetallpreise und ihre Entwicklung

Edelmetalle gelten als relativ sichere Geldanlage. Das liegt unter anderem daran, dass auch in Krisenzeiten eine recht hohe Nachfrage nach den Metallen besteht und das Angebot aufgrund begrenzter irdischer Ressourcen zwangsläufig begrenzt ist. Aufgrund dessen setzen zahlreiche Anleger in wirtschaftlich, politisch oder gesellschaftlich schlechten Zeiten darauf, ihr Vermögen in Edelmetallen zu sichern, was häufig einen Anstieg der Kurse der Edelmetalle in Krisenzeiten mit sich bringt.

Gold

Der Goldkurs hat in den letzten 20 Jahren eine unglaubliche Performance hingelegt. Während er zwischen Ende 1989 und Ende 2003 die 400-Dollar-Marke kaum überschreiten konnte, hat er sich seitdem nahezu verfünffacht und schwankt nun, seit Beginn der Corona-Pandemie zwischen 1.600 und 2.000 US-Dollar pro Unze.

Silber

Auch der Silberkurs hat sich seit der Jahrtausendwende positiv entwickelt. Im Jahr 2011 kostete eine Unze Silber mehr als 44 US-Dollar, während sie 11 Jahre zuvor nur rund 5 US-Dollar gekostet hätte. Vor Beginn der Corona-Pandemie schwankte der Silberpreis zwischen rund 14 und 18 US-Dollar. Heute kostet eine Unze zwischen 22 und 28 US-Dollar – je nach Weltlage.

Platin

Der Platinkurs hat sich erstaunlicherweise ganz anders als der Gold- und Silberkurs entwickelt. Zwar ging auch der Preis für eine Unze Platin nach der Finanzkrise 2008 nach oben, seit Mitte 2011 ist allerdings ein langsamer, aber stetiger Kursverlust zu beobachten. Zum damaligen Zeitpunkt war eine Platin-Unze noch teurer als eine Gold-Unze. Inzwischen ist Gold nahezu doppelt so teuer wie Platin.

Palladium

Von allen Edelmetallen hat sich der Palladiumpreis in den letzten Jahren am besten entwickelt. Anfang 2009 war das Edelmetall gerade einmal rund 180 US-Dollar wert. Anfang 2019 waren es dann bereits rund 1.300 US-Dollar. Heute unterliegt Palladium teils starken Schwankungen, mit Differenzen von 800 US-Dollar und mehr.

Investieren: physisch, Börse, Minenaktien

Um Edelmetalle als Wertanlage nutzen zu können, muss zunächst ermittelt werden, welches Edelmetall am besten zu den eigenen Investitionszielen passt oder ob eine gewisse Streuung sinnvoll wäre. Gleichzeitig gilt es allerdings auch zu überlegen, ob die Investition in physische Edelmetalle, in Edelmetall-nahe Börsenprodukte oder aber in Minenaktien fließen soll.

Gold

Physisches Gold in Form von Goldbarren und Anlagemünzen eignet sich besonders für langfristige Investitionen – auch steuerlich gibt es hier Vorteile. Für den Vermögensschutz ebenfalls gut geeignet scheinen Gold-ETFs und -ETCs, die an der Börse gehandelt werden. Hier halten Sie das Gold allerdings nicht mehr selbst in Händen – außer Sie lassen es sich, sollten Sie in einen ETCs investieren, ausliefern. Um schnelle Gewinne zu erzielen, setzen Anleger, die sich dennoch einen Bezug zum Gold wünschen, auf Goldminenaktien. Die klassischen Aktien stellen Anteile an Unternehmen dar, die mit der Förderung von Gold in Zusammenhang stehen.

Silber

Die steuerlichen Vorteile beim Erwerb von physischem Silber sind im Vergleich zum physischen Gold nicht ganz so groß. Allerdings eignet sich das Edelmetall als Vermögensschutz besonders für Anleger mit einem kleineren Budget – schließlich ist eine Unze Silber deutlich günstiger als eine Unze Gold. Allerdings muss gerade beim physischen Erwerb bedacht werden, dass Silber deutlich mehr Lagerraum beansprucht als Gold in demselben Wert. Bei der Investition in Silber-ETFs und -ETCs ist dies kein Problem. Auch besteht wie beim Gold die Möglichkeit in Minenaktien zu investieren, also in die Aktien von Unternehmen, die mit dem Abbau von Silber betraut sind.

Beim Kauf von Silber sollte immer bedacht werden, dass das Edelmetall weniger knapp ist als Gold und vermehrt für industrielle Zwecke eingesetzt wird. Konjunkturschwankungen können also durchaus einen merklichen Effekt auf die Entwicklung des Silberkurses und damit auf die Entwicklung der Wertanlage haben.

Platin

Obwohl Platin seltener ist als Gold, ist der Preis für eine Unze Gold seit nunmehr fast zehn Jahren deutlich höher als der Preis für eine Unze Platin. Das muss Anleger aber nicht unbedingt abschrecken, denn schließlich wird in physisches Platin wie in Platin-ETCs und -ETFs meist langfristig investiert. Nach eigener, intensiver Recherche kann für die Erzielung von Gewinnen in kurzer Zeit auch in Platin-Aktien von Minenbetreiber investiert werden.

Palladium

Palladium hat in den letzten fünf Jahren stark an Wert gewonnen. Eine Unze des Edelmetalls wird heute teurer gehandelt als eine Unze Gold. Folglich kann sich die Investition in physisches Palladium ebenso wie in Palladium-ETFs oder -ETCs lohnen. Allerdings weniger zum Vermögensschutz, wie etwa bei Gold oder Silber, sondern eher als Spekulationsobjekt, um idealerweise Gewinne zu erzielen. Auch in Palladium-Minenaktien ist es Anlegern möglich zu investieren – hier sollte eine genauso sorgfältige Recherche wie vor dem Kauf anderer (Minen-)Aktien stattfinden.

Edelmetalle und Steuer

Entscheiden Sie sich für eine Investition in Edelmetalle, sollten Sie die entsprechenden steuerlichen Aspekte berücksichtigen. Sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf können – je nach Metall, Herkunft und Haltefrist – diverse Steuern anfallen.

Gold

Anlagegold, also Goldmünzen und -barren, unterliegen in Deutschland nicht der Mehrwertsteuer. Alle anderen goldenen Objekte, wie Goldschmuck, Kunstgegenstände oder auch historische Münzen werden mit 19 Prozent besteuert.

Entscheiden Sie sich für den Verkauf Ihres Anlagegoldes, müssen Sie die dabei erzielten Gewinne versteuern. Liegt der Kauf des Goldes jedoch über ein Jahr zurück, müssen auf den beim Verkauf erzielten Gewinn keine Steuern gezahlt werden.

Silber, Platin und Palladium

Alle anderen Edelmetalle unterliegen der Mehrwertsteuerpflicht – es müssen beim Kauf also grundsätzlich 19 Prozent Mehrwertsteuer gezahlt werden. Eine Ausnahme stellt hier die sogenannte Differenzbesteuerung dar. Sie gilt für Anlagemünzen und Münzbarren, die aus dem Nicht-EU-Ausland stammen. Käufer von differenzbesteuerten Edelmetallen zahlen lediglich auf die Differenz des Ankaufs- und Verkaufspreises des Edelmetallhändlers 19 Prozent Mehrwertsteuer.

Bei einem späteren Verkauf der Edelmetalle müssen die erzielten Gewinne versteuert werden. Wie auch beim Gold entfällt die Steuer, wenn sich Silber, Platin oder Palladium länger als ein Jahr in Ihrem Besitz befunden haben.

Gold und andere Edelmetalle wie Platin oder Silber sind neben Edelsteinen das Basismaterial für hochwertigen Schmuck. Edelmetalle lassen sich besonders gut formen und bearbeiten. Edelmetalle sind beständig wie kaum andere Materialien. Deshalb sind Edelmetalle immer auch ein Wert an sich. Dieser besteht unabhängig von Konjunktur und Rezession. Gold wird immer einen Wert haben, auch dann, wenn Währungen in die Inflation geraten. Aus diesem Grunde legt sich auch fast jede Staatsregierung einen gewissen Vorrat an Gold an. Als Wertanlage gibt es Gold und andere Edelmetalle in Form von Barren oder Münzen. Bis zu einem Wert von 1999,99 Euro kann man Edelmetalle ohne die Preisgabe persönlicher Angaben erwerben, sollte aber dafür sorgen, dass sie sicher in einem Bankschließfach verwahrt werden.

Edelmetalle kaufen – Was gibt es zu beachten?

Sie wissen niemals, was die Zukunft bringt. Von einem auf den anderen Tag könnte es zu einer Finanzkrise kommen und nun schreiben Sie nur noch rote Zahlen. Wichtig ist, dass Sie sich absichern, damit Sie auch solch harte Zeiten überstehen. Gewiss könnten Sie Ihr Geld in verschiedenen Bankprodukten anlegen, doch auch hier kann der Kursverfall zuschlagen. Es gibt aber eine Anlageform, welche schon seit Jahrtausenden immer weiter nach oben klettert: Edelmetall. Edelmetalle, wie Gold, Silber, Platin oder Palladium, sind die perfekte Geldanlage für die Zukunft, denn selbst in einer Finanzkrise verfallen jene nicht an Wert.

Welches Metall soll es sein?

Der wohl wichtigste Schritt ist, dass Sie darüber nachdenken, welches Metall Sie kaufen. Generell wird heute in vier große Bereiche unterschieden: Gold, Silber, Platin und Palladium. Es sind die beliebtesten Edelmetalle, welche Sie auch in Zukunft absichern werden. Wir zeigen die Unterschiede.

Gold:

Gold ist der Klassiker und einer der krisensichersten Anlagen in Hinblick auf Edelmetall. Besonders seit der Finanzkrise 2007 blickt Gold auf einen wahren Höhenflug und steigt täglich in seinem Kurs an. Das Problem bei Gold ist, dass die aktuellen Preise nicht gerade gering sind. Insofern müssen Sie viel Geld investieren, um krisenfestes Gold zu erwerben.

Silber:

Silber ist wie die kleine Schwester von Gold und von daher auch deutlich günstiger. Das liegt aber ebenso daran, dass Silber höhere Kursschwankungen hinnehmen muss. Aber auch der Silberpreis ist in den letzten Jahren angestiegen, jedoch nicht so stark wie Gold. Silber ist also eine günstigere Alternative, die aber nicht so wertvoll ist wie Gold.

Platin:

Platin ist teurer als Silber. Es kommt zwar ebenfalls in der Schmuckherstellung zum Einsatz, doch zum Großteil wird es in der Industrie genutzt. Von daher besteht ein ständiger Bedarf an Platin, was natürlich den Preis in die Höhe treibt. Über die letzten Jahre kam es deshalb zu einem ständigen Anstieg.

Palladium:

Palladium ist mit Platin vergleichbar, denn es handelt sich ebenfalls um ein Platinmetall. Auch es bietet eine gute Absicherung gegen Inflation und konnte ebenso einen Anstieg verzeichnen. Außerdem bieten sowohl Platin als auch Palladium eine bessere Performance als Gold und Silber.

Die Form des Edelmetalls

Neben dem eigentlichen Edelmetall kommt es auch darauf an, welche Form es annimmt. Bekannt sind Barren, welche natürlich die teuerste Form darstellen. Es gibt zwar bereits Barren mit wenigen Gramm, doch oftmals werden jene mit einem höheren Gewicht hergestellt. Der größte Vorteil von Barren ist, dass sie deutlich weniger in der Herstellung kosten als beispielsweise Münzen. Von daher ist der Preis näher am Edelmetallkurs. Hierbei gilt: Je größer der Barren ist, desto näher liegt er am Preis des Kurses. Ein weiterer Vorteil von Barren ist, dass jene in Deutschland mehrwertsteuerfrei sind. Es gibt aber auch Nachteile, denn zum Kauf eines Barrens benötigen Sie etwas Fachwissen. Eine andere Möglichkeit sind Münzen. Auch sie sind mehrwertsteuerfrei, jedoch nicht ganz so rentabel. Der Grund ist, dass die Herstellung mehr Geld kostet, weshalb die Preise für solche Münzen geringer ausfallen. Dafür können Sie aber auch kleinere Mengen kaufen. Besonders, wenn Sie sich für Sammlermünzen entscheiden, erhalten Sie nicht nur den Materialwert, sondern auch den Sammelwert.