Der Einsatz von Gold im medizinischen Bereich

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Wussten Sie, dass Gold zu den ältesten Heilmitteln der Welt gehört? Tatsächlich zeugen bereits mehr als 4.500 Jahre alte Hieroglyphen davon, dass das Edelmetall Geist und Körper heilen soll. In der Traditionellen Chinesischen Medizin sollen Goldmedikamente für mehr Lebensenergie sorgen und werden dafür bis heute eingesetzt. Heute wird Gold als Medikament allerdings nur noch selten verwendet, wobei vor in einer schwedisch-amerikanischen Studie vor etwa zehn Jahren festgestellt wurde, dass das gelbe Edelmetall Rheumabeschwerden lindern kann. Darüber hinaus werden die entzündungshemmenden Eigenschaften des Goldes heute in der Nanomedizin immer interessanter.

Der traditionelle Einsatz von Gold in der Medizin

Nicht nur im alten Ägypten und in der Traditionellen Chinesischen Medizin wurde Gold bereits vor vielen Jahrhunderten, teils sogar Jahrtausenden, verwendet. So galt das Edelmetall bei arabischen Ärzten als Mittel, das den Menschen mehr Jugendlichkeit verleiht. In Europa wurden dagegen Jahrhunderte lang Elixiere mit Goldstaub verkauft, die die Menschen unsterblich machen sollten. Auch als Anti-Aging-Mittel wurde Gold vor allem im Mittelalter eingesetzt.

Goldmedizin in den letzten Jahrhunderten

Reines Flussgoldpulver gemischt mit Dinkelmehl ergab der Äbtissin Hildegard von Bingen zufolge Plätzchen, die ihre Patienten bei täglicher morgendlicher Einnahme von Gicht befreie – zumindest für ein Jahr. Sie ging davon aus, dass das Gold zwei Monate lang im Magen verbleiben würde und dabei eine entsprechende Wirkung entfalte.

Unter anderem war es die Vorgehensweise von Hildegard von Bingen, die in den 1930er Jahren den französischen Arzt Jacques Forestier dazu inspirierte, Gold zur Rheumatherapie einzusetzen. Mit löslichen Goldverbindungen behandelte er seine Patienten. Hier muss allerdings erwähnt werden, dass er davon ausging, dass rheumatoide Arthritis eine Form der Tuberkulose sei. Tatsächlich hatte er mit seiner Behandlungsmethode Erfolg und so wurden Goldinjektionen bis Ende der 1980er Jahre standardmäßig eingesetzt, um rheumatoide Arthritis zu behandeln. Das Problem hierbei war jedoch, dass der Therapieansatz teils starke Nebenwirkungen mit sich bringen konnte. So entwickelten einige Patienten, denen die Goldverbindungen wöchentlich als Spritze verabreicht wurde, Hautekzeme, Nieren- und Leberschäden sowie einen Blauschimmer in den Augen.

Heute erhalten Rheumapatienten natürlich kein Gold mehr verabreicht. Sie werden mit Immunsuppressiva und Kortison behandelt. In einigen Fällen kommt das Edelmetall allerdings noch als Biologika Gold in der Rheumatherapie zum Einsatz.

Gold in der modernen Medizin

Gold Nugget

Dass Gold tatsächlich bei Rheumabeschwerden helfen kann, wurde erst vor rund zehn Jahren eindeutig in einer schwedisch-amerikanischen Studie belegt. Für eine Regulierung des Immunsystems werden nur minimale Mengen des Edelmetalls benötigt, wobei die Goldsalze in den Makrophagen, also in bestimmten Immunzellen, die Freisetzung entzündungsfördernder Proteine verhindern. So wird Gold inzwischen wieder interessanter, wenn es um die Rheumatherapie geht – allerdings müssen entsprechende Präparate erst entwickelt werden.

Dennoch ist Gold aus der Medizin auch heutzutage kaum wegzudenken. Wie bereits Robert Koch bei seiner Suche nach einem Heilmittel gegen den Erreger von Tuberkulose in 1882 herausfand, verfügt das Edelmetall über antibakterielle Eigenschaften. Damals stellte er fest, dass Tuberkelbazillen absterben, wenn sie in Kaliumgoldcyanid mit einem 70-prozentigen Goldanteil behandelt werden. Da Kaliumcyanid aber giftig ist, kam es schon damals als Medikament nicht infrage. Die Erkenntnis zur antibakteriellen Wirkung des Goldes ist heute aber dennoch sehr wichtig für die Medizin. Um das Infektionsrisiko in Krankenhäusern einzudämmen, wird an diversen, goldhaltigen Oberflächen für Medizinprodukte gearbeitet – so auch an der Universität Hannover.

In der Zahnmedizin ist Gold ein beliebtes Material für Inlets, Kronen und Onlets. Das ist vor allem auf die Korrosionsbeständigkeit des Edelmetalls zurückzuführen, sowie auf seine inerten Materialeigenschaften. In der HNO-Heilkunde wird Gold auch für Paukenröhrchen verwendet, während es in der Ophthalmologie in Form von Goldimplantaten bei der Therapie eines Lagophthalmus zum Beschwerung des Oberlids eingesetzt wird.

Zahngold, Inlets, Kronen und Onlets

Gold könnte in den nächsten Jahren als Medizinprodukt noch interessanter werden – insbesondere im Bereich der Nanomedizin. Hier wird an Therapien für Blutzuckerstörungen, krankhaftes Übergewicht und Feststoffwechselstörungen geforscht, bei denen die entzündungshemmende Wirkung von Gold hilfreich sein könnte. Im Rahmen von Untersuchungen an Mäusen etwa konnte an der Universität Sydney bereits festgestellt werden, dass bei übergewichtigen Mäuse durch die Injektion minimaler Goldpartikel eine Senkung des Glukosespiegels im Blut sowie eine Reduzierung des Bauchfetts in kürzester Zeit möglich ist.

Auch spielt Gold am Georgia Institute of Technology in Atlanta eine wichtige Rolle, an dem für eine Tumortherapie bei Leukämie geforscht wird. Nanobestandteile aus Gold sollen hier den Transport von Arzneistoffen übernehmen und so eine Aufnahme dieser Arzneistoffe in die Zellen verbessern.

Fazit

Gold ist nicht nur aus finanzieller Sicht wertvoll. Im medizinischen Bereich hatte es Jahrhundertelang einen ganz besonderen Wert. Heute ist allerdings bekannt, dass etwaige Goldmedikamente früherer Zeit teils starke Nebenwirkungen hervorrufen konnten oder gar giftig waren. Dennoch ist Gold heute nicht weniger interessant für Mediziner und Wissenschaftler, die an neuen Therapieformen für diverse Erkrankungen forschen. Privatpersonen sollten sich hiervon aber nicht täuschen lassen und Gold auf gut Glück als Medikament verwenden – hier sind die jeweiligen Forschungsergebnisse abzuwarten. Sollte das Edelmetall tatsächlich für die Tumortherapie von Leukämie-Patienten oder zur Therapie von krankhaftem Übergewicht sowie von Fettstoffwechsel- und Blutzuckerstörungen geeignet sein, ist eine enorme Wertsteigerung beim Gold zu erwarten – was insbesondere für Anleger interessant sein könnte.