Synthetische Diamanten – was spricht dafür, was dagegen?

Synthetische Diamanten

Tief unter der Erdkruste sind über Milliarden Jahre hinweg, unter großem Druck, Diamanten entstanden. Die ältesten von ihnen sind mehr als vier Milliarden Jahre, jüngere Exemplare knapp unter 100 Millionen Jahre alt. Wer heute einen Diamanten kaufen möchte, muss allerdings ein solch altes und entsprechend teures Stück kaufen, da es inzwischen möglich ist, die funkelnden Steine im Labor herzustellen. Tatsächlich verfügen diese Diamanten über eine gleiche chemische Zusammensetzung wie natürliche Diamanten und gelten damit nicht als Fälschung, sondern als echt. Doch warum werden auch weiterhin natürliche Diamanten gefördert und gekauft – wo sie doch oft weitaus teurer sind als die synthetischen Varianten? In diesem Beitrag erfahren Sie, was die Vorteile, aber auch die Nachteile der gezüchteten Steine sind, wie sie sich von echten Diamanten unterscheiden und welchen Einfluss sie auf den Diamantenmarkt haben.

Herstellung synthetischer Diamanten

Vergleicht man einen echten Diamanten mit einem synthetischen, lassen sich keine Unterschiede feststellen. Die Bewertung der gezüchteten Edelsteine fällt damit meist ganz ähnlich aus, wie die natürlich gewachsener. Dabei ist es nahezu unerheblich, auf welche Art und Weise synthetische Stücke hergestellt worden sind – dennoch ist es sehr interessant zu erfahren, wie Labordiamanten erzeugt werden.

Grundsätzlich stehen zur Erzeugung solcher synthetischer Diamanten zwei verschiedene Verfahren zur Verfügung:

  • Chemical Vapour Deposition
  • High-Pressure, High-Temperature

Bei der Chemical Vapour Deposition (CVD), zu Deutsch chemische Gasphasenabscheidung, wird ein hochwertiger, natürlicher Diamant oder anderes hitzebeständiges Material in eine Vakuumkammer platziert. In dieser Kammer sind diverse Gase oder aber Kohlenstoffmaterial enthalten. Bei Temperaturen von zwischen 700 °C bis 900 °C werden die Gase beziehungsweise das Material erhitzt, bis auf dem ursprünglichen Diamanten beziehungsweise dem hitzebeständigen Material Kristalle gebildet werden.

Bei dem High-Pressure, High-Temperature Verfahren (HPHT Verfahren) wird ein Graphit einem hohen hydraulischen Druck von bis zu 60.000 Bar und einer Temperatur von über 1.500 °C ausgesetzt. Druck und Temperatur imitieren so jenen Prozess, der bei der Entstehung natürlicher Diamanten stattfindet. Beschleunigt wird dieser durch einen Katalysator und so entsteht aus dem Graphit synthetische Diamanten.

Synthetische Diamanten und echte Diamanten unterscheiden

Synthetische Diamanten und echte Diamanten unterscheiden

Wie Sie bereits wissen, lassen sich synthetische und natürliche Diamanten optisch und chemisch nicht voneinander unterscheiden. Auch physikalisch sind sich die beiden Diamant-Varianten identisch. Daher ist bei einem synthetischen Diamanten nicht von einer Fälschung die Rede. Viel mehr wird er dennoch als “echter” Diamant bezeichnet und auch als solcher bewertet. Der emotionale Wert natürlicher Diamanten übersteigt jedoch den Wert synthetischer Stücke und auch finanziell gibt es klare Unterschiede. Im Diamanten Ankauf lässt sich für ein Karat natürlichen Diamanten preislich durchaus das drei- bis vierfache von dem erzielen, was ein ansonsten identischer synthetischer Diamant kosten würde.

Glauben Sie, einen falschen Diamanten zu besitzen, handelt es sich damit nicht um einen synthetischen Diamanten. Ob Ihr Diamant gefälscht ist, können Experten aber dennoch ermitteln, da tatsächlich gefälschte Stücke vollkommen andere chemische Eigenschaften aufweisen, als natürliche oder synthetische Diamanten.

Auswirkungen synthetischer Diamanten auf den Absatz natürlicher Diamanten

Natürliche Diamanten sind Millionen, teils sogar Milliarden Jahre alt und sind durch Vulkanausbrüche an die Erdoberfläche gelangt. Gefördert werden sie, indem die Erde aufgerissen, der Meeresboden abgesaugt und Flussbetten umgegraben werden. Rund 60 Prozent der heutigen Diamanten-Förderung stammen vom afrikanischen Kontinent – aus Angola, Namibia, Sierra Leone, Südafrika und dem Kongo.

Synthetische Diamanten werden, wie bereits beschrieben, im Labor gezüchtet. Grundsätzlich kann hier davon ausgegangen werden, dass schier unendliche Mengen an Diamanten produziert werden könnten.

Natürlich kostet auch der Herstellungsprozess synthetischer Stücke Geld. Allerdings besteht hier keinerlei Knappheit. Labordiamanten werden vorwiegend durch die Industrie genutzt – die Labore sind jedoch nicht vollständig ausgelastet. Das Angebot synthetischer Diamanten übersteigt folglich die Nachfrage. Bei geförderten Diamanten sieht das schon etwas anders aus. Die Förderung ist nicht nur kostspielig, sondern auch aufwändig. Zudem sind die natürlichen Edelsteine nicht unbegrenzt vorhanden – so kommt es zu einer gewissen Preissteigerung.

Angesichts dessen, kann kein direkter Einfluss synthetischer Diamanten auf den Absatz natürlicher Diamanten festgestellt werden. Synthetische Stücke werden vor allem von der Industrie genutzt, natürliche Diamanten hingegen von der Schmuckindustrie und als Wertanlage angefragt. Letzteres ist auch darauf zurückzuführen, dass natürliche Diamanten durch ihre begrenzte Verfügbarkeit im Diamanten Ankauf einen deutlich höheren Preis erzielen, als synthetische Diamanten. Hinzu kommt auch, dass der Wert natürlicher Diamanten auch langfristig als sehr stabil gilt. Bei den Labordiamanten ist langfristig dagegen von einer Abnahme des Wertes auszugehen.

Die Vorteile synthetischer Diamanten

Die Vorteile synthetischer Diamanten

Gerade in Afrika werden natürliche Diamanten gefördert. Bei einigen dieser Länder handelt es sich um Konfliktregionen, in denen durch den Diamanthandel eben jene Konflikte finanziert werden. Auch ist es mit dem Arbeitsschutz und dem Umweltschutz bei der Förderung oft nicht weit her. Synthetische Diamanten werden hingegen in China oder in den USA hergestellt – sozial sowie ökologisch sind sie damit also weitaus verträglicher. Hinzu kommt, dass künstliche Diamanten deutlich ressourcenschonender sind, was sie ebenfalls umweltfreundlicher macht. Zum Vergleich: für ein Karat Diamanten müssen rund 200 Tonnen Erde bewegt werden.

Gerade wenn Sie auf der Suche nach einem Diamanten für ein Schmuckstück sind, haben synthetische Diamanten weitere Vorteile. Zum einen werden Sie optisch keinen Unterschied zu natürlichen Diamanten erkennen. Oft sind in den künstlichen Steinen sogar Einschlüsse vorhanden – ganz so wie bei den natürlichen Edelsteinen. Zum anderen sind Labrodiamanten in den meisten Fällen deutlich günstiger als Naturdiamanten – so ist ein Diamantring auch bei kleinerem Budget durchaus leistbar.

Die Nachteile synthetischer Diamanten

An die Einzigartigkeit von Naturdiamanten kommen synthetische Stücke natürlich dennoch nicht heran. Schließlich ist deren Entstehung nicht annähern so faszinierend und spektakulär wie die der natürlichen Edelsteine, die über Millionen Jahre hinweg, unter hohem Druck, entstanden sind. Während die natürlichen Steine teils lupenrein sind, lässt sich dieser Zustand bei der Herstellung von Labordiamanten kaum erreichen.

Fazit

Gegenüber natürlichen Diamanten haben die synthetischen Steine durchaus ihre Vorteile. Sie sind umweltfreundlicher und können auch hinsichtlich sozialer Aspekte mehr überzeugen. Hinsichtlich ihrer Kosten sind sie leistbarer und das, obwohl sie optisch, chemisch und physikalisch identisch mit den natürlichen Edelsteinen sind. Allerdings ist ihr Wert nicht stabil. Da Labordiamanten in unbegrenzter Menge produziert werden könnten, ist sogar davon auszugehen, dass ihr Wert langfristig abnehmen wird. Gerade für Menschen, die Diamanten als Wertanlage nutzen, stellt das einen klaren Nachteil dar. Wer sich jedoch für ein kleineres Budget ein Schmuckstück mit Diamant leisten möchte und dieses später nicht für einen höheren Preis wieder veräußern möchte, profitiert natürlich von den im Labor erzeugten Diamanten. Beim Diamant Ankauf sind all das Überlegungen, die getroffen werden müssen, um letztendlich den perfekten Stein für das eigene Anliegen zu erwerben.