Der Goldpreis erreicht sein Viermonatshoch

Goldpreis Börse Darstellung Chart

Im Sommer letzten Jahres stieg der Goldpreis nicht nur stark an, er erreichte auch sein bisheriges Allzeithoch. Seitdem ist viel passiert, der Goldkurs ist gesunken – den US-Wahlen, der erfolgreichen Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus und damit dem nicht mehr unbedingten Bedarf eines sicheren Hafens zum Trotz, mussten Gold-Anleger jedoch keine großen Verluste verkraften. Grund zur Sorge gab es für einige Anleger jedoch Anfang März. Damals war der Goldpreis auf 1.681 US-Dollar gefallen.

Die aktuelle Entwicklung des Goldpreises

Seit März hat sich mit Blick auf den Goldkurs bereits wieder einiges getan. Auch Ende März wurde eine Unze Gold noch mit 1.685 US-Dollar bewertet, inzwischen sind es (Stand: 07.06.2021) aber bereits wieder 1.899 US-Dollar pro Feinunze Gold. Schlagzeilen machte der Goldpreis, insbesondere am 19. Mai. An diesem Tag erreichte der Goldkurs sein Viermonatshoch von 1.889 US-Dollar und damit seinen höchsten Preis seit dem 8. Januar 2021. Seitdem hat sich nicht viel geändert. Der Goldpreis bewegt sich seither auch weiterhin rund um diesen Wert, und das mit einer steigenden Tendenz. Ende Mai überschritt er dann auch wieder die Marke von 1.900 US-Dollar.

Starker Rückgang der Kryptowährungsmärkte

Bitcoin Münze, Gold Nuggets

An dem neuerlichen Anstieg des Goldpreises sind die Kryptowährungsmärkte nicht ganz unschuldig, die ab dem 12. Mai starke Rückgänge zu verzeichnen hatten. Zuvor war die Gesamtkapitalisierung des Kryptomarktes auf über 2,5 Billionen US-Dollar gestiegen, die dann jedoch infolge mehrerer, nacheinander auftretenden Einbrüchen laut CoinMarketCap auf unter 1,3 Billionen US-Dollar sank.

Erklärt wurde der Einbruch am Kryptomarkt und der gleichzeitige Aufschwung am Goldmarkt durch Experten von JPMorgan damit, dass große institutionelle Investoren wohl dazu übergegangen waren, Bitcoin abzustoßen und dafür wieder vermehrt auf Gold zu setzen.

Schwacher US-Dollar – steigende Goldpreise

Eine gewisse Kausalität zwischen dem US-Dollar und dem Goldpreis ist seit jeher bekannt. Auch dieser Faktor könnte bei der jüngsten Goldpreis-Entwicklung durchaus eine Rolle spielen. Einem leitenden Marktstrategen der Brokerfirma RJO Futures, Bob Haberkorn, zufolge, lassen sich die steigenden Goldpreise unter anderem auf einen geschwächten US-Dollar zurückführen. So verlor der Dollar 0,2 Prozent und auch die Renditen von US-Staatsanleihen fielen auf den niedrigsten Stand seit zwei Wochen.

Was bedeutet all das für Gold-Anleger?

Goldbarren, Bargeld, Bulle & Bär

Die Anlage in Gold ist für die meisten Investoren eine eher längerfristige Angelegenheit. Aktuell scheint es keine offensichtlichen Gründe dafür zu geben, dem Gold den Rücken zu kehren – gerade auch in Anbetracht des eher instabilen Kryptomarktes. Wie schon so oft in der Geschichte dient das gelbe Edelmetall auch jetzt wieder als bewährter, sicherer Hafen, der nicht nur dem Vermögensschutz dient, sondern in den nächsten Wochen unter Umständen auch einige Gewinne mit sich bringen könnte.

Allerdings sind die sich langsam einstellenden, positiven Auswirkungen der Impfstoffe in Europa und in Nordamerika gegen das Coronavirus nicht zu vernachlässigen. Schon jetzt nimmt die Aktivität an den Märkten langsam wieder zu, was die Kursgewinne beim Gold innerhalb der nächsten Wochen und Monate dämpfen oder den Goldpreis sogar etwas drücken könnte. Was (potenzielle) Gold-Anleger jetzt besonders im Auge behalten sollten sind einerseits die Inflation im Euro-Raum, andererseits aber auch die Politik der Federal Reserve Bank sowie die Daten bezüglich des US-Bruttoinlandsprodukts, der langlebigen Güter und der Arbeitslosenansprüche. Fallen diese Daten schlechter aus, als erwartet, ist ein weiterer Anstieg des Goldpreises durchaus erwartbar.