Punzen – Geschichte, Bedeutung und Nutzen

Eine 585 Punzierung

Wer herausfinden möchte, wie viel sein Schmuckstück aus Gold oder Silber wert ist, der sucht am besten als allererstes nach der eingeprägten Punze. Sie macht es auch Privatpersonen möglich, ohne viel Aufwand mehr über das Edelmetall in ihren Händen zu erfahren. Doch obwohl der Anfang der Punzierung bis in das Mittelalter zurückgeht und Punzen heute bei der Bewertung von Schmuckstücken und anderen Gegenständen aus Edelmetallen enorm wichtig sind, lassen sie sich nicht auf allen dieser Objekte finden. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über die Geschichte der Punze, welche Punzierung welche Bedeutung hat und warum Punzen eigentlich so wichtig und nützlich sind.

Die Geschichte der Punzierung

Die ersten Punzen wurden auf Schmuckstücke aus Silber und Gold geprägt. Dies geschah bereits vor mehreren hundert Jahren im frühen Mittelalter – vor allem im englischen und französischen Raum – und sollte die Echtheit der Edelmetalle sicherstellen. Damit wurde von den damaligen Herrschern die Grundlage für den Edelmetallhandel geschaffen. Extra eingesetzte Prüfer reisten im jeweiligen Fürstentum herum und kontrollierten die angebotenen Waren aus Silber und Gold. So wurde nicht nur kontrolliert, ob die Silber- und Goldwaren überhaupt über eine Punzierung verfügten, sondern auch, ob ihre Punzierung auch der Ware entspricht.

Juwelier erstellt eine neue Legierung

Später übernahmen dann die Gold- und Silberschmiede selbst die Aufgabe, Edelmetalle und die daraus erzeugten Objekte auf ihre Reinheit und Qualität zu prüfen und im Zuge dessen auch dafür zu bürgen. Die Schmiede orientierten sich bei der Punzierung allerdings nicht an einem festgelegten Standard, sodass im Laufe des 15. Jahrhundert immer mehr verschiedene Symbolpunzierungen in Umlauf gelangten. Neben den Punzen wurden auch Datumsstempel eingeprägt. Dies ermöglicht es bis heute, die verschiedenen Schmuckstücke und Gegenstände aus Silber und Gold in die zugehörigen Epochen einzuordnen.

Die Vielfalt an Punzen kann mitunter verwirrend sein. Da diese alten Gold- und Silberobjekte allein aufgrund ihres Materials, aber auch wegen ihres Alters durchaus einen gewissen Wert besitzen, gibt es heute einige Sammler, die Edelmetallobjekte aus dieser Zeit sammeln. In manchen Fällen versuchen sie dabei so viele Punzierungen wie möglich in ihrer Sammlung aufzunehmen.

Bei moderneren Schmuckstücken und Gegenständen aus Edelmetallen gibt es zum Glück keine solch große Vielfalt an Punzierungen mehr. Vereinheitlicht wurden die Punzen aber ebenfalls nicht und so gibt es bis dato auch keine allgemeine Kennzeichnungspflicht.

Je nach Herkunft können Objekte aus Edelmetall unterschiedliche Punzierungen aufweisen. Schwierigkeiten kann es daher bei der Wertbestimmung durchaus noch geben – gerade, wenn die Bestimmung durch Laien durchgeführt wird und es sich um ältere, ausländische Objekte handelt.

Schmuck und andere Gegenstände aus Edelmetall werden heute zumeist mit dem Feingehalt des Edelmetalls in Tausendsteln punziert. Bei Barren aus Edelmetall wird meist zusätzlich die Erzeugerpunze aufgebracht. Weiterhin kann auch eine Amtspunze zu finden sein, die anzeigt, welche Kontrollinstanz die Echtheit der auf dem Objekt verewigten Angaben überprüft. Dies ist zumindest in manchen Staaten die Norm. In den Niederlanden sowie in Großbritannien wird außerdem eine Punzierung angebracht, die das Produktionsjahr anzeigt. In Schweden und in Deutschland gilt außerdem die Regelung, dass erst ab einem Feingehalt von 75 Prozent eine Punze aufgebracht werden darf.

Darum ist es wichtig, dass Edelmetalle punziert sind

999 Goldbarren

Die Gründe für die Punzierung von Schmuckstücken und Barren aus Edelmetall sind heute ganz ähnlich derer, die bereits im Mittelalter für die “Erfindung” der Punze verantwortlich waren: Reinheit und Qualität. Gegenstände, die zwar aussehen wie aus Gold, Silber, Platin oder Palladium, müssen nicht zwangsläufig aus diesen Materialien sein. Ist eine Punzierung vorhanden, kann allerdings davon ausgegangen werden – gerade in Deutschland, da hierzulande eine Punzierung erst ab einem Feingehalt von 75 Prozent erlaubt ist. Enthält ein goldener Anhänger lediglich 50 Prozent Gold, darf keine Punze aufgebracht werden, was Käufer vor möglichen Betrug schützen soll.

Welche Punze bedeutet was?

Gleichzeitig dient die Punze in ihrer heutigen Form auch der Wertermittlung. Nahezu immer wird mit der Punzierung der Feingehalt des verwendeten Edelmetalls in Tausendsteln angegeben. Dies ist wichtig, da gerade Schmuckstücke aus Edelmetall nur selten aus reinem Gold bestehen. Wäre dies der Fall, hieße die Punze 1000/1000 oder 1000er Gold beziehungsweise Silber, Platin oder Palladium. Da Verunreinigungen jedoch nie ausgeschlossen werden können, werden Schmuckstücke sowie Barren aus reinem Edelmetall immer mit der Punze 999/1000 oder 999er Gold beziehungsweise Silber, Platin oder Palladium bezeichnet.

Gold-, Silber-, Platin- und Palladiumbarren bestehen zumeist aus reinem Edelmetall. So sollten Anleger beim Kauf immer auf eine 999/1000 Punzierung achten.

Bei Schmuck sieht es dagegen etwas anders aus. Hier kommen oft Legierungen zum Einsatz. Legierungen sind Mischungen zweier oder mehrerer (Edel-)Metalle. Durch diese Kombination erhält das Schmuckstück die gewünschten Eigenschaften. Während pures Gold beispielsweise recht weich und anfällig für Beschädigungen ist, sind Legierungen aus einem hohen Goldanteil, Silber und Kupfer deutlich stabiler und härter. Legierungen kommen außerdem zum Einsatz, um Schmuck eine besondere Färbung zu verleihen – etwa Roségold oder Weißgold.

Den Wert von Edelmetall anhand der Punze bestimmen

Den Wert von Edelmetall anhand der Punze bestimmen

Die Wertbestimmung von Edelmetallen beziehungsweise Edelmetalllegierungen gestaltet sich sehr unkompliziert, wenn Sie einmal die Punze gefunden haben. Daneben benötigen Sie nun lediglich noch eine Feinwaage – also eine besonders genaue Waage, die bis zu 0,01 Gramm erfassen kann.

Wiegen Sie nun das Objekt aus Edelmetall – sofern es aus lediglich einem Edelmetall oder einer Legierung besteht. Sind verschiedene Materialien zu erkennen, sollten Sie die Bewertung von einem Experten durchführen lassen.

Schreiben Sie das Gewicht des Edelmetalls auf und öffnen Sie anschließend unseren Goldrechner. Geben Sie das Gewicht des Edelmetalls in die Zeile ein, die zu der Punzierung des Edelmetalls passt. Schon wird Ihnen angezeigt, wie viel Geld Sie aktuell beim Verkauf des Edelmetalls verlangen können.