Anlagemöglichkeiten in Silber

Silberbarren, Kursgrafik

Während die Nachfrage für industrielle Zwecke beim Gold gerade einmal zehn bis 15 Prozent ausmacht, liegt die Nachfrage der Industrie nach Silber bei ganzen 56 Prozent. Allein dieser Umstand macht das Edelmetall bis dato zu einem stabilen Anlageprodukt, das jedoch stärker von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig ist. Vergleicht man die Kurse des Silberpreises und des Goldpreises, fällt jedoch eine sehr ähnliche Entwicklung auf – wobei beim Silber immer mit etwas höheren Schwankungen zu rechnen ist. Gerade für Privatinvestoren ist Silber aber aufgrund seiner kleineren Stückelung interessant. So kann sich, wer das Geld für einen Goldbarren nicht aufbringen kann oder möchte, für eine leistbare Summe einen oder sogar mehrere Silberbarren in den heimischen Tresor legen. Auch zur Vermögensdiversifizierung ist Silber ein interessantes Anlageprodukt – dabei müssen es jedoch nicht immer Barren sein.

Silberbarren

Silberbarren

Grundsätzlich gelten Silberbarren als die beste Wahl, wenn es darum geht, höhere Geldsummen in das Edelmetall zu investieren. Da die Herstellung von Silberbarren günstiger als die von Münzen ist, fällt auch der zu zahlende Ankaufspreis für Barren meist geringer aus, als der Preis für Münzen mit demselben Gewicht und Feingehalt. In der Regel werden Silberbarren aus Reinsilber, also aus 999er Feinsilber, gefertigt. Zu kaufen gibt es die Barren üblicherweise in folgenden Gewichtsklassen:

  • 100 Gramm
  • 250 Gramm
  • 500 Gramm
  • 1.000 Gramm

Wie bereits angedeutet, müssen Anleger immer auch die Herstellung der physischen Silberprodukte zahlen. Folglich ist es, solange es der eigene Geldbeutel hergibt, immer sinnvoller, schwere Silberbarren den leichteren vorzuziehen. So kosten zehn 100-Gramm-Silberbarren in Summe meist mehr als ein großer 1.000-Gramm-Barren. Ein weiterer Vorteil, den der Kauf eines großen Barrens mit sich bringt, zeigt sich später beim Verkauf. So lassen sich schwere Silberbarren meist leichter verkaufen.

Aus steuerlicher Sicht gibt es beim Kauf von Silberbarren jedoch ein Problem: Die Barren werden grundsätzlich mit einem Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent besteuert. Eine interessante Lösung für Silber-Anleger können hier Zollfreilager sein.

Silbermünzen

Silbermünzen

Wer einen langsamen Aufbau seiner physischen Silber-Anlage anstrebt, ist mit Silbermünzen gut beraten. Sie gibt es bereits für vergleichsweise wenig Geld zu kaufen. So kann die Münzsammlung über Jahre hinweg vergrößert und ausgebaut werden. Einige Anleger schätzen zudem die verschiedenen Prägungen der einzelnen Münzen – wobei diese immer mitbezahlt werden müssen. Folglich ist der Verarbeitungsaufschlag beim Kauf von Silbermünzen größer, als bei Barren.

Mindestens 50 Prozent des Gesamtgewichts einer Silbermünze sollte aus Feinsilber bestehen. Besser ist natürlich eine Feinheit von 999/1.000. Hier besteht die Münze zu 99,9 Prozent aus Feinsilber. Angeboten werden die Silbermünzen normalerweise in folgenden Stückelungen:

  • 1/2 Unze
  • 2 Unzen
  • 5 Unzen
  • 10 Unzen
  • 1 Kilogramm
  • 10 Kilogramm

Steuerlich lassen sich beim Kauf von Silbermünzen im Gegensatz zum Kauf von Silberbarren etwas Geld sparen, wenn anstelle der sonst üblichen Mehrwertsteuer die Differenzialsteuer fällig wird. Dies ist immer dann der Fall, wenn die Silbermünze aus dem Nicht-EU-Ausland stammt. Silbermünzen, bei denen die Differenzialbesteuerung Anwendung findet, sind etwa:

  • Maple Leaf Silber aus Kanada
  • Panda Silber aus China
  • American Eagle Silber aus den USA
  • Australian Koala Silber aus Australien

Was ist mit Silberschmuck und -gegenständen?

Tafelsilber

Wer bereits im Besitz von Silberschmuck, Silberbesteck und anderen, aus Silber gefertigten Gegenständen ist, kann diese durchaus als Anlageobjekte betrachten. Anleger, die sich zunächst Silber anschaffen müssen, sind mit dem Kauf silberner Schmuckstücke und Gegenstände aber eher schlecht beraten.

Beim Ankauf ist nämlich nicht nur der reine Materialwert zu zahlen. Auch die Herstellung muss mitbezahlt werden. Beim Verkauf hingegen werden die Herstellungskosten nicht in die Wertermittlung einbezogen. Schlimmstenfalls erhalten Anleger für Silberschmuck und -gegenstände dann lediglich den Materialwert ausgezahlt.

Silber-ETFs und -ETCs

Silber muss nicht zwangsläufig im eigenen Tresor liegen, um als Vermögensschutz oder Vermögensdiversifizierung dienen zu können. Es besteht immer auch die Möglichkeit, in Wertpapiere und Investmentfonds zu investieren. Grundsätzlich haben Anleger hier die Wahl zwischen Silber-Einmalanlagen in Form von Silber-ETCs und Sparplänen in Form von ETFs.

Wird in ETCs investiert, kauft die Bank normalerweise physisches Silber und lagert dieses ein, um den Wert der Einmalanlage sicherzustellen. Anleger haben dann meist den Anspruch darauf, sich das eingelagerte Silber ausliefern zu lassen. In der Praxis finden solche Auslieferungen jedoch nur selten statt – die Möglichkeit besteht dennoch. Spannend ist diese Form der Silber-Anlage vor allem für Anleger, die auf Gewinne spekulieren und das Silber nicht zwangsläufig in Händen halten wollen. Anleger müssen bei der Investition in Silber-ETCs unbedingt die Abgeltungssteuer beachten.

Silber-ETFs gelten hingegen nicht als Einmalanlage. Hier haben Anleger die Möglichkeit, über längere Zeiträume hinweg, auch kleinere Summen in das Edelmetall zu investieren, ohne sich dabei selbst um die Lagerung kümmern zu müssen.

Silberminen-Aktien

Silbermine und Börse

Der Risikominimierung wegen, investieren zumindest die meisten Privatanleger lieber in physisches Silber oder in Silber-ETCs und -ETFs, als in Silberminen-Aktien. Allerdings können gerade hier in sehr kurzer Zeit hohe Gewinne erzielt werden. Für den Vermögensschutz ist das nicht unbedingt erstrebenswert, denn mögliche schnelle Gewinne bringen immer auch ein erhöhtes Risiko mit sich. Mit den Silberminen-Aktien wird die Förderung von Silbererz aus Silberminen – insbesondere in Kanada, den USA, Großbritannien und Australien – finanziell unterstützt. Gehandelt werden die Aktien wie üblich an der Börse.